Ein ganzer Kanton kämpft gegen die SBB

Aktualisiert

Ein ganzer Kanton kämpft gegen die SBB

Solidaritätsfahnen für den Streik der Angestellten des Cargo-Betriebs in Bellinzona prägen derzeit das Bild südlich des Gotthards. Die Tessiner Parteien von ganz links bis ganz rechts sind ausnahmsweise gleicher Meinung. Sogar der Bischof unterstützt die Streikenden.

von
Tina Fassbind / Yvonne Leonardi

Die Solidarität der Tessinerinnen und Tessinern mit den Streikenden ist nach wie vor ungebrochen. An zahlreichen Hausfassaden hängen die Fahnen mit dem Streik-Motto «Giu le mani dal Officina di Bellinzona». Seit Ostern verkauft die Gewerkschaft Unia die Solidaritätsfahnen für 10 Franken pro Stück. Der Erlös aus dem Verkauf fliesst in den Streikfonds.

Tessin hilft den Streikenden

Die Tessiner Präsidenten von Lega, SVP, FDP, CVP, SP und der Grünen Partei riefen gemeinsam den Bundesrat auf, den Verwaltungsrat der SBB zu einer Rücknahme der angekündigten Stellenstreichung im Cargo-Werk Bellinzona zu bewegen. Sie machten auch auf den Schaden aufmerksam, den der Konflikt für den nationalen Zusammenhalt habe.

Unterstützung erhielten die Streikenden auch vom Tessiner Bischof Pier Giacomo Grampa, der in der Officina an Ostern einen Gottesdienst feierte und den Cargo-Angestellten Mut machte.

Streikende helfen dem Tessin

Aber auch die Streikenden zeigen Solidarität mit ihrem Kanton. Sie säubern Bachbette und räumen Wälder, sie nehmen Unterhaltsarbeiten an Gemeindefahrzeugen vor oder reinigen Strassenzüge. Auf diese Weise wollen sich die Streikenden für die grosse Solidarität bedanken, die sie in den vergangenen Tagen von der Tessiner Bevölkerung und Institutionen erhalten haben.

Am Freitag waren 30 Officina Arbeiter damit beschäftigt, die Waldstrasse von Claro in Richtung Monastero S. Maria vom Laub zu reinigen, der sich im Winter angesammelt hat. Auch in Biasca halfen rund 15 Streikende im Gemeindemagazin und bei Strassenräumungsarbeiten. Weitere Einsätze in Roveredo, Bellinzona und anderen Gemeinden sind in Planung.

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