Dietikon ZH: Ein ganzer Supermarkt für Allergiker und Veganer
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Dietikon ZHEin ganzer Supermarkt für Allergiker und Veganer

Glutenfrei, laktosefrei – immer mehr Menschen ernähren sich von solchen Produkten. Ein junges Paar will davon profitieren – mit dem ersten darauf spezialisierten Supermarkt der Schweiz.

von
Dominique Rais

Der eine verträgt keine Milchprodukte, die andere kein Gluten. Wieder andere ernähren sich ausschliesslich vegan. Längst sind die Regale der Grossverteiler darum voll mit entsprechenden Produkten. Was es bislang aber noch nicht gab: Einen spezialisierten Supermarkt für Allergiker und Nahrungsmittelintolerante.

Das haben Jasmina Vieira (26) und ihr Lebens- und Geschäftspartner Pascal Bättig (25) nun geändert. Sie hat eine Laktoseintoleranz, er nach eigenen Angaben eine Histaminunverträglichkeit. Weil sie schon lange daran dachten, sich selbstständig zu machen, sei irgendwann die Idee zu ihrem Libergy-Laden aufgekommen. Zur Eröffnung kamen laut den beiden über 1000 Neugierige.

«Keinen Bierbauch»

Im Laden an der Zentralstrasse in Dietikon gibt es einiges zu entdecken – etwa glutenfreies Bier: «Bei gewissen Biersorten merkt man keinen Unterschied zum normalen Bier», sagt Bättig. Nebst dem authentischen Geschmack habe das glutenfreie Bier aber noch einen anderen Vorzug. So soll man von glutenfreiem Bier etwa keinen Bierbauch bekommen. Bättig habe davon schon gehört, wisse aber nicht, ob dem tatsächlich so ist.

«Einige Produkte bei Libergy sind merklich teurer als bei Supermarkt-Ketten andernorts», gesteht Bättig. Geht es nach ihm, soll sich das aber bald ändern: «Sobald der Laden läuft und wir abschätzen können, welche Produkte besonders gefragt sind, werden wir Kontakt mit den Lieferanten aufnehmen.» Die besseren Preise wolle Liberty direkt an die Kunden weitergeben.

Nebst regionalen Produkten sind Bättig Qualität und Geschmack wichtig: «Ich will nichts verkaufen, was ich selbst nicht auch essen würde.» Um das Libergy-Sortiment zu perfektionieren, hängt im Laden eine Input-Wand. Dort können Kunden ihre Anregungen zur Erweiterung des Sortiments hinterlassen.

Bewusst zuerst Laden statt online

Wegen des direkten Kundenkontakts habe man sich auch bewusst für einen physischen Laden und nicht etwa einen Online-Shop entschieden: «Unser Ziel ist es, in etwa einem Jahr neben einer App auch einen Online-Shop zu lancieren», sagt Bättig.

Wichtig ist den Jungunternehmern vor allem, dass die Kunden gut beraten werden. «Wir arbeiten eng mit Ärzten, Allergologen und Ernährungsberatern zusammen», sagt Bättig und schiebt nach: «Meine Partnerin und ich haben in den letzten Monaten unzählige Kongresse besucht und entsprechende Fachliteratur gewälzt.»

«Ein gutes Pflaster»

Ganz neu ist die Idee eines Ladens, der spezifische Produkte bei Nahrungsmittelintoleranzen anbietet, freilich nicht. Sebastian Fischer, Inhaber von Mr. & Mrs. Glutenfree, hat bereits seit rund zweieinhalb Jahren seinen Fine-Food-Laden beim Kreuzplatz in Zürich eröffnet.

Fischer hat sich dabei ganz der glutenfreien Ernährung verschrieben, da seine Frau an Zöliakie, einer Autoimmunerkrankung und Glutenintoleranz leidet. «Zürich ist ein gutes Pflaster für Lebensmittel-Concept-Stores», so Fischer. Viele Leute hier würden sich sehr bewusst ernähren und seien daher auch bereit, für Qualität Geld auszugeben.

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