Umstrittenes Cover: Ein geplanter Nackt-Skandal
Aktualisiert

Umstrittenes CoverEin geplanter Nackt-Skandal

Die pakistanische Schauspielerin Veena Malik hat ein indisches Männermagazin wegen eines Nacktfotos auf dem Cover verklagt. Nun behauptet eine Zeitung, alles sei inszeniert.

von
pbl

Das Titelbild der Dezemberausgabe des Magazins «FHM India» hat in den verfeindeten «Bruderstaaten» Indien und Pakistan für Furore und Empörung gesorgt. Es zeigt die pakistanische Schauspielerin Veena Malik, die sich nackt fotografieren liess und dabei auch noch die Initialen des berüchtigten Geheimdienstes ISI als Tätowierung auf dem Arm trug. Liberale Pakistaner feierten Malik als Heldin in einem Land, in dem radikale Islamisten eine immer dominantere Rolle spielen. Diese warfen Malik denn auch «Verrat» vor.

Das Model will sich davon nicht unterkriegen lassen. Sie habe Morddrohungen erhalten, sagte Veena Malik in einem Interview mit dem «Guardian». Doch sie habe keine Angst und werde in ihre Heimat zurückkehren: «Ich stehe zu meinem Körper und meinem Leben.» Gleichzeitig wiederholte sie ihre Vorwürfe an die Adresse von «FHM», man habe das Foto ohne ihre Einwilligung retuschiert. Sie habe beim Shooting ein Bikini-Höschen getragen. Veena Malik reichte Klage gegen das Magazin ein, dieses drohte mit einer Gegenklage.

PR-Aktion für Reality-Show?

Doch nun behauptet die Zeitung «Times of India», die ganze Kontroverse sei inszeniert. Der Fotograf Vishal Saxena habe ihm einige Tage vor Erscheinen des Heftes gesagt, er solle sich auf «einen grossen Knall» gefasst machen, erklärte Umair Zafar, ein Mode-Designer und Stylist aus Mumbai, der Zeitung. Alles sei von Veena Malik, dem Fotografen und von FHM «genau geplant» worden: Das Foto, die Retuschen und sogar die beiden Klagen – mit diesen sollten die Erschütterungen in Indien und Pakistan absorbiert werden.

Das Ganze sei eine PR-Aktion für Maliks Reality-Show auf einem indischen Fernsehsender gewesen, behauptete Umair: «Der Fotograf hat mir mitgeteilt, sie wolle ganz nach oben und berühmter werden als die grossen Bollywood-Stars zusammen.» Dafür sei die Schauspielerin sogar bereit gewesen, sich vollständig nackt ablichten zu lassen.

Veena Malik reagierte «geschockt» auf die Enthüllungen, wie ihr PR-Manager Sohail Rashid erklärte. Sie kenne Umair Zafar überhaupt nicht, und überhaupt brauche sie keine derartigen PR-Übungen, da sie bereits berühmt sei: «Sie hat sechs Bollywood-Projekte in der Pipeline, wozu sollte sie Publizität benötigen?» Kabeer Sharma, der Chefredaktor von «FHM India», wollte gegenüber der «Express Tribune» keinen Kommentar zum «Times of India»-Bericht abgeben. «Wir werden unsere Beweise im Gericht vorlegen», sagte er nur.

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