Aktualisiert 08.09.2009 13:21

Grosszügiger BerlusconiEin Geschenk, das Kanada in Verlegenheit bringt

Kanadas Premierminister Stephen Harper erhielt von seinem Amtskollegen Silvio Berlusconi das teuerste und kostbarste Geschenk, das ein G8-Politiker bei einem Treffen je bekommen hat. Behalten kann er es allerdings nicht.

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Silvio Berlusconi hat seinen Gästen nach dem G8-Treffen anfangs Juli in L'Aquila je ein 25 Kilogramm schweres Buch geschenkt. Dabei handelt es sich um «L'invenzione della bellezza», ein Werk über den venezianischen Bildhauer Antonio Canova (1757-1822) mit einem Buchdeckel aus Carrara-Marmor in leichter Roséfärbung. Schätzpreis eines einzelnen Exemplars: 150 000 Franken. Das erste Exemplar aus einer limitierten Ausgabe von 33 Stück durfte damals Kanadas Premierminister Stephen Harper entgegennehmen.

Harper wird wohl seine Assistenten mit dem Transport des 71 auf 44,5 auf 10,8 Zentimeter grossen Buches beauftragt haben. Er wird zu diesem Zeitpunkt aber kaum gewusst haben, welch kostbares Werk er von Gastgeber Berlusconi erhalten hatte. Denn die Tatsache, dass Harpers Exemplar die Nummer 1 der Serie trägt, lässt den Wert des Exemplars glatt auf das Doppelte steigen: Der Kanadier flog nach dem G8-Gipfel mit geschätzte 455 000 Franken im Koffer in sein Heimatland zurück.

Alle Geschenke über 1000 Dollar müssen abgegeben werden

Der Grund, wieso ausgerechnet Stephen Harper das erste Exemplar erhielt, ist simpel: Kanada, auf italienisch Canadà, beginnt mit C und war damit unter den geladenen Gäste nach dem Alphabet geordnet der erste Empfänger des Staatspräsents.

Doch trotz einer solch «schweren» Ehre wird Harper Berlusconis Geschenk nicht behalten können: Ein Gesetz verbietet es dem Staatsoberhaupt, Geschenke aus dem Ausland zu behalten, wenn ihr Wert 1000 kanadische Dollar, etwa 980 Franken, übersteigt. Nun diskutiert man über das Schicksal des kostbaren Werks. Normalerweise landen die Geschenke in den Kellern nationaler Archive oder werden verkauft. Manchmal - eher selten - werden sie an die Öffentlichkeit ausgestellt.

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