Aktualisiert 02.08.2012 11:26

Einstürzende Bühne«Ein gewisses Restrisiko bleibt immer»

Vor drei Wochen kam eine Frau am Openair Frauenfeld ums Leben, nun stürzte eine Bühne in Siebnen SZ ein. Treffen die bevorstehenden Festivals nun besondere Vorkehrungen?

von
fum

Ein Glück, dass bei diesem Bühneneinsturz in Siebnen SZ nur Sachschaden entstand. (Quelle: Leser-Reporter)

Die rund 200 Personen, die am Freitag den Einsturz der Bühne am «Falk Lorelei»-Openair in Siebnen SZ aus nächster Nähe miterlebten, kamen mit dem Schrecken davon – unter der rund 4,5 Tonnen schweren Konstruktion wurden nur die Toilettenhäuschen begraben. «Man erschrickt natürlich jedes Mal, wenn man so etwas hört», sagt Olivier Imboden, Mediensprecher des Openairs Gampel, «aber nach gutem Treu und Glauben hätte dies bei uns nicht passieren können.»

Wind gebe es im Wallis zwar mehr als genug, aber man habe damit in den über 25 Jahren Gampel-Vergangenheit nie Probleme gehabt, so Imboden. Im Gegensatz zu den Veranstaltern in Siebnen – sie bauten die Bühne aus Kostengründen auf eigene Faust auf – arbeite man seit Jahren mit einer grossen Eventfirma zusammen, die auf den Aufbau von Bühnen spezialisiert sei. Diese lasse den Aufbau dann jeweils von den Gemeindebehörden absegnen.

Ähnlich tönt es bei den Winterthurer Musikfestwochen: «Nach Tragödien wie beispielsweise derjenigen von Duisburg haben wir unser Sicherheitskonzept nochmals komplett überdacht», sagt Vereinspräsidentin Franziska Grob, «aber ein gewisses Restrisiko bleibt immer. Als Mensch ist man der Natur manchmal halt schlicht unterlegen.»

Keine Angst beim Veranstalter

Das «Openair» im sanktgallischen Brunnadern ist von der Grösse mit dem «Falk Lorelei»-Openair vergleichbar – die Besucherkapazität beträgt maximal 500 Personen. Und wie in Siebnen nehmen die lokalen Behörden die Bühne nicht explizit ab. «Für die Sicherheit sind wir als Veranstalter verantwortlich», sagt OK-Präsident Kevin Jaggi.

Er arbeite aber mit professionellen Bühnenbauern zusammen und habe vollstes Vertrauen in deren Arbeit. Angst vor einem Zwischenfall wie im Kanton Schwyz hat Jaggi nicht: «Das Wetter wird auf unserer Seite stehen – die Prognose ist auf jeden Fall nicht schlecht.»

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