Die Passione Engadina war ein Gipfeltreffen von über 100 legendären italienischen Autos
Der gelbe Ferrari F50 des bekannten Sammlers Albert Spiess war einer der Publikumsmagneten.

Der gelbe Ferrari F50 des bekannten Sammlers Albert Spiess war einer der Publikumsmagneten.

David Tschudy
Publiziert

Passione EngadinaEin Gipfeltreffen von über 100 legendären italienischen Autos

Am Wochenende fand bereits zum 10. Mal die Passione Engadina statt. Für die Jubiläumsausgabe waren wieder über 100 exklusive Oldtimer und Sportwagen nach St. Moritz gekommen.

von
Michael Lusk / A&W Verlag

Dass die Faszination für klassische Automobile immer mehr Menschen in ihren Bann zieht, bewies die diesjährige Passione Engadina eindrücklich. Über 100 der schönsten und seltensten italienischen Automobile der letzten Jahrzehnte waren nach St. Moritz gekommen, um vor der herrlichen Kulisse der Alpenmetropole von den Zuschauern bestaunt zu werden.

Mehr als 30 Ferrari

Ehrengast der diesjährigen Ausgabe war Ferrari. Mehr als 30, der nicht nur roten Renner aus Maranello waren mit dabei, viele davon, dank Supercar-Händler Ronnie Kessel, der seit der ersten Ausgabe als Hauptsponsor der Passione Engadina mit dabei ist. Das absolute Highlight und der heilige Gral für alle Ferrari-Sammler war zweifelsohne ein Ferrari 250 (330) GTO, der allerdings «nur» statisch beim Galadinner dabei war. Das teuerste Auto der Welt brachte bei Auktionen schon Preise zwischen 50 und 70 Millionen Dollar ein. Weil aber Diskretion bei vielen Sammlerinnen und Sammlern zum guten Ton gehört und es auch davon abhängt, ob gerade zwei Sammler ein Auto unbedingt wollen, sind diese Werte natürlich nur als Schätzung und nicht als sakrosankt zu bewerten.

Über 100 Autos nahmen an der 10. Passione Engadina teil.

Über 100 Autos nahmen an der 10. Passione Engadina teil.

Passione Engadina
Vor der Rallye konnten die Zuschauer alle Autos im Kulms Country Club in St. Moritz aus der Nähe bestaunen.

Vor der Rallye konnten die Zuschauer alle Autos im Kulms Country Club in St. Moritz aus der Nähe bestaunen.

Passione Engadina
Passendes Ambiente beim Dinner war der Heilige Gral aller Ferraristi, der 250 (330) GTO.

Passendes Ambiente beim Dinner war der Heilige Gral aller Ferraristi, der 250 (330) GTO.

Passione Engadina

Ebenfalls von zeitloser Schönheit und das wohl teuerste Auto, das an der Rallye durch die Bündner Bergwelt mitfuhr, dürfte dieses Jahr wohl ein Ferrari 250 California Spyder der «Turning Wheel Collection» der Ostschweizer Unternehmerfamilie Stieger gewesen sein. Schon Alain Delon fuhr in den 60er-Jahren den offenen Zweitürer aus Maranello. Heute werden je nach Zustand und Vorbesitzer zweistellige Millionenbeträge für den Italiener bezahlt.

Selten, teuer und legendär

Ebenso spektakulär und teuer war eine weitere Rarität mit dem «Springenden Pferd» im Logo, nämlich ein Ferrari Daytona 365 Competizione, betreut vom bekannten Schweizer Klassik- und Rennexperten Edi Wyss Engineering. Nur fünfzehnmal wurde das Wettbewerbsfahrzeug des Daytonas gebaut, das seinen Namen der Legende nach einem dreifach-Sieg beim Klassiker in den USA verdankt. Noch heute verlangt das Auto dem Piloten beim Fahren alles ab, dennoch sind Sammler bereit 6,5 Millionen (oder mehr) auf den Tisch zu legen, wenn einer auf den Markt kommt.

In dieser Liga dürfte sich auch der Alfa Romeo 6C 2500 SS des bekannten italienischen Alfa-Romeo-Sammlers Corrado Lopresto bewegen. Für ihn gehört der elegante schwarze Klassiker aus den 40ern zu den schönsten Oldtimern aller Zeiten. Mindestens ebenso berühmt ist der Schweizer Oldtimer-Sammler Albert Spiess. Obschon er vor allem für seine Lamborghini- und Aston-Martin-Kollektion bekannt ist, nahm er für diesen Anlass einen gelben Ferrari F50 aus seiner Garage.
Aber auch neuere Modelle der Kategorie «Kessel Tribute» (so hiess die Kategorie der neuen Sportwagen an der Rallye) zogen die Blicke auf sich. So waren gleich zwei Ferrari Monza SP2 dabei.

Prominenz unter den Piloten

Die ehemaligen Rallye-Fahrer Luca und Andrea Betti präsentierten ihre Neuinterpretation des legendären Lancia Delta Evo 1 mit dem Namen «Kimera Automobili EV0 37». Aber auch unter den Piloten waren einige bekannte Namen dabei. So fuhr Simona De Silvestro mit einem Alfa Romeo Montreal mit, der zweimalige Weltmeister Miki Biasion war ebenfalls mit dabei sowie Christian Geistdörfer, der mit Rennfahrerlegende Walter Röhrl lange Zeit Rennen fuhr.

An der Passione Engadina stand allerdings nicht die Geschwindigkeit im Mittelpunkt, sondern die Leidenschaft für italienische Oldtimer. Und so werden die Teilnehmenden auch nächstes Jahr ganz sicher wieder ins Engadin pilgern, wenn die Passione Engadina ruft.

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