Sensationsfund: Phillip Metzler findet 3000 Jahre alte Pfeilspitze

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Sensationsfund«Ein Gold-Nugget wäre mir lieber gewesen»

Phillip Metzler (41) stiess im September auf den ersten bronzezeitlichen Fund im Ausserrhoder Hinterland. Die historische Bedeutung der Pfeilspitze war ihm damals noch nicht bewusst.

von
Shannon Zangger
Ammar Jusufi
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Auf diese Pfeilspitze stiess Phillip Metzler Anfang September im Appenzeller Hinterland.

Auf diese Pfeilspitze stiess Phillip Metzler Anfang September im Appenzeller Hinterland.

Phillip Metzler
Eigentlich war er auf der Suche nach Gold, denn das Hobby des in Walzenhausen AR lebenden Mannes ist das Goldwaschen.

Eigentlich war er auf der Suche nach Gold, denn das Hobby des in Walzenhausen AR lebenden Mannes ist das Goldwaschen.

Phillip Metzler
In der Urnäsch, einem Fluss, der durch das Gebiet zieht, gelang dem Mann dieser Sensationsfund.

In der Urnäsch, einem Fluss, der durch das Gebiet zieht, gelang dem Mann dieser Sensationsfund.

Phillip Metzler

Darum gehts

  • Phillip Metzler (41) war Anfang September auf der Suche nach Gold im Ausserrhoder Hinterland unterwegs.

  • Statt Gold hat er den ersten Beweis, dass zumindest ein Mensch in der Bronzezeit durch das Kantonsgebiet gestreift ist, gefunden.

  • Nämlich eine 3000 Jahre alte Pfeilspitze aus der Spätbronzezeit.

Phillip Metzler (41) ist Hobby-Goldwäscher und wohnt in Walzenhausen (AR). Am 4. September stiess er beim Goldwaschen im Fluss Urnäsch, der durch das Appenzeller Hinterland fliesst, auf den ersten bronzezeitlichen Fund im Appenzell Ausserrhoden. Nämlich eine kleine Pfeilspitze aus Bronze, die durch eine wissenschaftliche Abklärung im Amt für Archäologie Thurgau auf die Spätbronzezeit datiert wurde. «Das vorchristliche Projektil ist rund 3000 Jahre alt», heisst es in der Medienmitteilung des Kantons vom 15. November.

Damit ist diese Pfeilspitze der erste Beweis, dass mindestens ein Mensch in der Bronzezeit durch Appenzell Ausserrhoden gezogen ist. Auf der Suche nach einem historischen Fund für die Archäologie war Phillip Metzler jedoch nicht. «Mir wäre ein zehn Gramm Goldnugget lieber gewesen, die Pfeilspitze ist aber auch in Ordnung; so haben die Wissenschaftler Freude», sagt der Walzenhauser scherzend zu 20 Minuten.

Die erste und einzige seiner Art im Appenzell Ausserrhoden

Gefunden hat der Baupolier die Spitze in einer Ritze zwischen zwei Felsen. Am gleichen Ort, an dem er eine Woche zuvor ein 1,5 Gramm schweres Goldnugget gefunden hat. «Ich sah plötzlich diese Pfeilspitze und etwas Gold am Sieb-Boden und wusste sofort, dass diese uralt sein muss.» Bewusst, um was für einen speziellen Fund es sich dabei handelt, war dem 41-Jährigen zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Da er beruflich mit einem an Archäologie interessierten Mann im Kontakt stand, wandte er sich mit der Entdeckung an ihn.

Der Mann heisst Spallo Kolb und er beschäftigte sich in der Vergangenheit intensiv mit der Bronzezeit und erkannte sofort, dass die Pfeilspitze aus dieser Zeit stammen muss. Er hat die Entdeckung der Meldestelle Archäologie in Herisau gemeldet. «Würde diese Pfeilspitze im St. Galler Rheintal gefunden werden, wäre es kein besonderer Fund gewesen», sagt Spallo Kolb zu 20 Minuten. Dieses wurde nämlich bereits zur Bronzezeit von Menschen nachweislich besiedelt.

Kein Hinweis auf eine Besiedlung 

Ob der Fund einen Hinweis darauf gibt, ob auch das Appenzellerland in dieser Epoche besiedelt wurde, soll laut Kolb zu bezweifeln bleiben. «Eine Pfeilspitze kann man auch auf der Jagd verlieren oder sie wurde durch den Bach weitergetragen.»  

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