29.06.2019 09:16

36 ZentimeterEin Goldfisch so gross wie ein Büsi

Ein Fischer holte aus dem Niagara River einen 36 Zentimeter langen Goldfisch. Vermutlich hatte der Besitzer das Tier in der Toilette entsorgt.

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Marcus Rosten von der Organisation Buffalo Niagara Waterkeeper hat Mitte Juni 2019 einen riesigen Goldfisch aus dem Niagara River gezogen. Der Fisch war 36 Zentimeter gross.

Marcus Rosten von der Organisation Buffalo Niagara Waterkeeper hat Mitte Juni 2019 einen riesigen Goldfisch aus dem Niagara River gezogen. Der Fisch war 36 Zentimeter gross.

Facebook/BNW
Das ist noch lange nicht der Rekord: Im Februar 2019 zog Hunter Anderson einen neun Kilo schweren Goldfisch aus einem See in Boyle County im US-Staat Kentucky.

Das ist noch lange nicht der Rekord: Im Februar 2019 zog Hunter Anderson einen neun Kilo schweren Goldfisch aus einem See in Boyle County im US-Staat Kentucky.

Facebook/Cassie Anderson
Riesige Goldfische sind keine Seltenheit. Dieses Exemplar hat Mike Martin aus dem Lake St. Clair nördlich von Detroit, Michigan, gezogen. Das Tier war 38 Zentimeter lang und wog 1,4 Kilo.

Riesige Goldfische sind keine Seltenheit. Dieses Exemplar hat Mike Martin aus dem Lake St. Clair nördlich von Detroit, Michigan, gezogen. Das Tier war 38 Zentimeter lang und wog 1,4 Kilo.

National Geographic

Marcus Rosten, ein Mitarbeiter der gemeinnützigen Organisation Buffalo Niagara Waterkeeper (BNW), hat vor wenigen Tagen einen riesigen Goldfisch aus dem Niagara River in New York gezogen. Das Tier war so überdimensional gross, dass er es mit beiden Händen festhalten musste. Kein Wunder: Der Goldfisch mass sage und schreibe 36 Zentimeter.

Rosten liess sich mit dem orangefarbenen Monsterfisch fotografieren, das Bild postete er auf Facebook. Gleichzeitig rief die Organisation BNW die Bevölkerung dazu auf, Goldfische niemals in Flüssen oder Seen auszusetzen, und noch weniger in der Toilette zu entsorgen. Denn während die Zierfische in Aquarien eine Durchschnittslänge von 15 Zentimetern erreichen, können sie in freier Natur mehr als doppelt so gross werden.

Sie leben in der Kanalisation weiter

Wie die Fachzeitschrift «Life Science» berichtet, wurde im Jahr 2013 einer der grössten Goldfische aus dem See Tahoe in Kalifornien gefischt. Die Masse und das Gewicht sind tatsächlich rekordverdächtig: Er war 61 Zentimeter lang und zwei Kilo schwer.

Das Problem mit den Monster-Goldfischen ist nicht ganz neu: Vor einigen Jahren hatte bereits die Umweltbehörde der kanadischen Provinz Alberta Alarm geschlagen. Goldfische würden in den Wasserleitungen überleben und sich «mit alarmierender Geschwindigkeit vermehren», erklärte damals Kate Wilson vom Umwelt- und Naturamt in Edmonton.

Ein Drittel der invasiven Arten, die heimische Spezies gefährden, stammten aus Heimaquarien und der Zierfischhaltung, erklärte Wilson. Darum richteten sich die Kampagnen in erster Linie an deren Besitzern. Goldfische gelten in Nordamerika als invasive Tierart und stellen eine Gefahr für die lokalen Ökosysteme dar.

In der Schweiz ist das Problem auch bekannt

In der Schweiz ist das nicht anders: Im September 2015 musste das Forstteam aus dem Heubergweiher im aargauischen Kaisten 1000 Goldfische holen. Die Tiere waren in den Jahren zuvor im Weiher ausgesetzt worden und hatten sich munter fortgepflanzt. Sie bedrohten jedoch die dort ansässigen Erdkröten.

Wer nichtheimische Fische aussetzt, macht sich laut dem Schweizer Fischereigesetz strafbar. Denn die Fische können einen Nahrungskampf anzetteln oder gefährliche Krankheiten oder Parasiten übertragen. Wer erwischt wird, muss mit einer Busse von bis zu 20'000 Franken rechnen.

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