Aktualisiert 14.07.2009 17:15

40 Jahre MondlandungEin grosser Sprung für die Menschheit?

Vor 40 Jahren erlebten die USA mit der ersten Landung eines Menschen auf dem Mond einen der grössten Triumphe ihrer Geschichte.

von
Peer Meinert (DPA)

Doch heute wird das Jubiläum bestenfalls halbherzig gefeiert - für Kritiker ist die bemannte Raumfahrt ein teures, unnützes Spektakel.

Die US-Weltraumbehörde NASA veranstaltet zum Jubiläum zwar einige Konferenzen und Foren, doch Präsident Barack Obama zeigt ihr am grossen Tag des 20. Juli die kalte Schulter. «Ein Auftritt des Präsidenten ist nicht vorgesehen», heisst es bei der NASA.

Um Zufall dürfte es sich kaum handeln: Obama ordnete unlängst an, die Planung für die bemannte Raumfahrt zu überprüfen - darunter der für das Jahr 2020 geplante Bau einer Mondbasis. War die Landung der Astronauten Neil Armstrong und Edwin Aldrin am historischen 20. Juli 1969 doch nicht ein so «grosser Sprung für die Menschheit»?

Skeptischer Aldrin

Selbst Aldrin ist heute skeptisch. «Der Mond ist für eine wirtschaftliche Nutzung nicht aussichtsreich», sagte der heute 79-Jährige, der damals als zweiter Mensch seinen Fuss in den Mondstaub setzte. «Ich glaube nicht, dass es für die Amerikaner eine Notwendigkeit ist, dort präsent zu sein.»

«Houston, hier ist Basis Tranquillitatis. Der Adler ist gelandet.» Es war 21.17 MEZ, der 20. Juli 1969. Astronaut Armstrong hatte gerade die Landefähre «Eagle» sicher im «Meer der Ruhe» gelandet. Hunderte Millionen Menschen weltweit verfolgten das Ereignis. Von der «Erfüllung eines Menschheitstraums» war die Rede, vom «Beginn eines neuen Zeitalters».

Der amerikanische Traum

Dann, über sechs Stunden später, als sich Armstrong mühsam die Metallleiter zum Mondboden herunterquälte, gingen die «historischen Worte» um den Erdball: «That's one small step for man, one giant leap for mankind» - Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein grosser Sprung für die Menschheit.

Es war nicht nur ein technisches «Wunderwerk», das hier vollbracht wurde. Es war wie ein Stück «amerikanischer Traum», eine Mischung aus Pioniergeist und Aufbruch zu neuen Grenzen. Auf der Erde tobte der Vietnamkrieg, die USA erlebten eine der schwierigsten Phasen ihrer jungen Geschichte - doch für eine Nacht war die Nation im Taumel.

Gestartet war die «Columbia»-Rakete mit der Apollo-11-Kapsel am 16. Juli. Etwa 100 Stunden später trennte sich die Landefähre vom «Mutterschiff», zurück auf der «Columbia» blieb der Astronaut Michael Collins. Während Armstrong und Aldrin die US-Flagge ins Mondgestein rammten, Messgeräte aufstellten und mit federleichten Sprüngen durch die dünne Mond-Atmosphäre hüpften, umkreiste Collins weiter den Mond.

Kurze Visite

Es war eine kurze Mondvisite, etwas mehr als zwei Stunden dauerte Armstrongs Besuch, Aldrin war noch kürzer im Freien, dann mussten die beiden wieder in die Kapsel. 22 Kilo Mondgestein sammelten sie ein für wissenschaftliche Untersuchungen. Gut 21 Stunden nach ihrer Landung hob der «Eagle» vom «Meer der Ruhe» ab, um wieder bei «Columbia» anzudocken.

Am 24. Juli landete die Apollo-Kapsel im pazifischen Ozean. Fünf weitere Apollo-Missionen folgten, zehn weitere Amerikaner wandelten in den folgenden Monaten und Jahren auf dem Erdtrabanten, doch die letzten geplanten Apollo-Unternehmen wurden abgesagt - der «Wettlauf im All» mit der Sowjetunion war zugunsten der USA entschieden, das Interesse rapide gesunken.

Rasch kam Kritik auf an den Apollo-Missionen, die insgesamt 25 Milliarden Dollar gekostet hatten. Namhafte Wissenschaftler und NASA-Mitarbeiter vertraten die These, die wissenschaftlichen Informationen des Unternehmens hätten mit unbemannten Satelliten drei oder vier Jahre früher und zu einem Fünftel der Kosten geliefert werden können.

Das «Apollo»-Raumschiff

setzt sich zusammen aus der kegelförmigen Kommandokapsel, dem zylindrischen Versorgungsteil mit dem Haupttriebwerk sowie der aus zwei Teilen - dem Lande- und dem Wiederaufstiegssystem - bestehenden Mondfähre.

In der Raumkapsel, der Kommandoeinheit, halten sich die drei Astronauten während des Fluges auf. Sie hat einen Basisdurchmesser von 3,90 Metern und eine Höhe von 3,66 Metern. Die 5,3 Tonnen schwere Kapsel ist der einzige Teil des Systems, der wieder zur Erde zurückkehrt.

Der Betriebs- und Versorgungsteil, der beim Flug von «Apollo 13» explodierte, hat ebenfalls einen Durchmesser von 3,90 Metern und eine Höhe von 7,37 Metern. Sein Haupttriebwerk dient der Beschleunigung nach Abtrennung der drei Stufen der Saturn-V-Rakete sowie Bahnkorrekturmanövern. Kleinere Flugkorrekturen werden mit Hilfe von Steuerdüsen ausgeführt.

Die zweistufige Landefähre hat ihren Platz während des Starts in einer Umhüllung zwischen der dritten Stufe der Saturn-Rakete und dem Versorgungsteil. Ihre Landefüsse, die an Spinnenbeine erinnern, sind in dieser Phase eingeklappt.

Später wird die Fähre an die Raumkapsel angekoppelt. Dazu dreht sich das Raumschiff nach der Trennung von dritter Raketenstufe und dem Fährenteil um 180 Grad und dockt mit der Kopfseite der Kapsel an den Aufstiegsteil der Landefähre an. Über einen Tunnel wechseln die Astronauten dann von der «Apollo»-Kapsel in die für zwei Personen ausgelegte Fähre über.

Lande- und Aufstiegssystem haben je ein Haupttriebwerk. Der Unterteil der Landefähre dient beim Rückstart vom Mond als Startrampe. Die Fähre hat eine Höhe von sieben Metern. Diagonal von Fuss zu Fuss misst sie 9,54 Meter. Ihr Gewicht beträgt 14,7 Tonnen.

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