GC-Thun war trostlos : «Ein hässliches Spiel, den Eintritt nicht wert»

Aktualisiert

GC-Thun war trostlos «Ein hässliches Spiel, den Eintritt nicht wert»

Wer grosses Kino erwartet hatte, weil er davon ausging, dass sich GC aus dem Abstiegskampf verabschieden und Thun den Europacup-Platz festigen wollte, wähnte sich im falschen Film.

von
Eva Tedesco

Thun-Trainer Urs Fischer ist nach dem trostlosen, torlosen Kick im Letzigrund zufrieden. (Video: 20 Minuten)

Eigentlich müsste man über die schwache Vorstellung zwischen GC und dem FC Thun den Mantel des Schweigens hüllen. Verzichtet man darauf, muss gesagt sein: Es war ein müder Kick. «Wahrscheinlich haben die Zuschauer bereut, Eintritt bezahlt zu haben», sagte Thun-Captain Dennis Hediger. Ähnlich drückte sich sein ehemaliger Mitspieler und heutiger Gegner Benjamin Lüthi aus. «Es war ein hässliches Spiel und wahrscheinlich das Eintrittsgeld nicht wert.»

Und dennoch eröffnete Thun-Trainer Urs Fischer die obligatorische Medienkonferenz nach dem Spiel so: «Ich habe in der Kabine gerade ein paar Worte an meine Mannschaft gerichtet und ihr ein Kompliment gemacht. Ich weiss, das erstaunt jetzt, aber mir hat unser Auftritt – bis auf die Viertelstunde nach der Pause – gefallen.» Was mag Fischer am ereignislosen Spiel im Letzigrund bloss gefallen haben?

Bewusster Verzicht auf Spektakel

Keine Höhepunkte, viel Abtasten? Wohl kaum. Sicher nicht gefallen hat Fischer die Szene, als Michael Lang (55.) von Lukas Schenkel im Strafraum von den Beinen geholt wurde. Für einen Penalty reichte das zum Thuner Glück nicht. Nicht gefallen kann ihm danach haben, wie Ravet (57.), Lang (57.) und Abrashi (60.) seinen Keeper Faivre in Serie prüften. Wahrscheinlich hat ihm dann wohl die beste Möglichkeit seiner Berner Oberländer gefallen, aber Alexander Gonzalez (61.) traf nur den Pfosten.

«Für den Zuschauer war das Spiel nicht sehr attraktiv, weil es nicht viele Strafraumszenen gegeben hat», räumt Fischer ein, «aber wir sind nicht nach Zürich gefahren, um Spektakel zu bieten, sondern um Punkte mit nach Hause zu nehmen. Jeder Punkt ist wichtig – so weit sind wir dann noch nicht bei Thun.» Seine Mannschaft habe GC sehr wenig zugestanden, sei sehr kompakt gestanden und sei sehr organisiert gewesen.

Punktteilung bringt keinen weiter

Die Punktteilung bringt unterm Strich beide Mannschaften nicht weiter. Will man dem torlosen Remis dennoch Positives abgewinnen, kann Tami festhalten, dass sein GC nunmehr seit fünf Heimspielen ohne Niederlage dasteht und Fischer, dass Thun auswärts für einmal nicht verloren hat.

In sechs Partien auf fremdem Terrain holte Thun nach der Winterpause nur 5 von 18 möglichen Punkten. Der einzige Vollerfolg in der Fremde datiert vom 15. Februar (1:0-Sieg gegen den FCZ). Auf ein darauf folgendes Remis in Vaduz setzte es drei Auswärtspleiten ab. Fischer: «In denen wir das eine oder andere Tor kassiert haben.» Genau genommen waren es 0:10 Tore. «Darum war das die richtige Antwort», fügt der Thun-Trainer zufrieden an. «Wir wollten GC die Räume nicht zugestehen, die sie im letzten Spiel gegen YB hatten, und das hat sich ausbezahlt: Wir gehen mit einem Punkt nach Thun zurück.»

Basel der gute Test für GC

Ähnlich zufrieden klang auch sein Gegenüber. «Klar, es war kein spektakuläres Spiel, aber es ist schwierig, wenn eine Mannschaft die defensive Organisation nie verliert», sagt Pierluigi Tami. «Dennoch glaube ich, wenn eine Mannschaft versucht hat zu gewinnen, dann war das GC.» Der GC-Trainer ist zufrieden und schaut zuversichtlich auf die nächste Partie in Basel.

«Das ist super, denn wir können jetzt auch gegen einen starken Gegner zeigen, dass wir Fortschritte gemacht haben, und wir haben Fortschritte gemacht. Aber vielleicht ist es auch einfacher, gegen Basel zu spielen als gegen Thun. Das Spiel gegen Basel wird ein guter Test für uns», so Tami. Beruhigend, wenn der ereignisarme Kick zumindest den beiden Trainern gefallen hat. Nur wenn man grosses Kino erwartet hatte, weil man davon ausging, dass sich GC definitiv aus dem Abstiegskampf verabschieden und Thun seinen Europacup-Platz festigen wollte, fühlte man sich bei GC gegen Thun im falschen Film.

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