Günstiger Headbangen: Ein Hardrock-Halleluja auf die Frankenstärke
Aktualisiert

Günstiger HeadbangenEin Hardrock-Halleluja auf die Frankenstärke

Der Wechselkurs bringt Konzertpreise in der Region ins Rutschen. Aber nicht alle ziehen mit: Clubben bleibt gleich teuer.

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lha/aj
Die Konzerte im Z7 werden ab sofort  um bis zu 10 Prozent günstiger.

Die Konzerte im Z7 werden ab sofort um bis zu 10 Prozent günstiger.

«Das Z7 ist nicht nur Schweiz, das Z7 ist auch Europa», schreiben die Konzertveranstalter des Clubs in einer Mitteilung. Mit dem Entscheid der Nationalbank, den Euro-Mindestkurs aufzugeben, hatte sich für Konzertfans aus Frankreich und Deutschland ein Besuch im Z7 schlagartig kräftig verteuert – weshalb Geschäftsführer Norbert Mandel entschied, dass ab Dienstag 3. Februar die Ticketpreise aller Konzerte im Z7 um 8 bis 10 Prozent gesenkt werden.

Der Verein Konzertfabrik Z7 veranstaltet rund 150 Konzerte im Jahr und deckt aus den Ticketeinnahmen die Gagen und Produktionskosten der Künstler. Der Anteil an diesen Ausgaben in Euro und US-Dollar beträgt laut Mitteilung knappe 55 Prozent. «Weil nun der Ankauf dieser Währungen wesentlich günstiger ist, können die Konzerte dementsprechend günstiger veranstaltet werden», so Mandel. Deshalb will das Z7 den momentanen Kursgewinn an seine Fans weitergeben und senkt bis auf Weiteres die Ticketpreise.

Nicht alle Konzertgänger profitieren

Das Z7 steht mit seiner Preispolitik nicht alleine da. Auch die Kaserne Basel, die viele internationale Acts bucht, lässt ihre Besucher von der Frankenstärke profitieren. «Wir passen die Eintrittspreise laufend den entsprechenden Veränderungen der Währungen an», so die Öffentlichkeitsbeauftragte Katrin Schmidlin. Im Vergleich zu anderen Schweizer Städten seien dieselben Bands in der Kaserne durchschnittlich fünf Franken günstiger. Die variable Preispolitik gilt aber nur für den Konzertbetrieb und nicht für die Theater- und Tanzveranstaltungen.

Bei grösseren Konzerten dürfte die Euroschwäche ebenfalls keine Wirkung auf den Preis haben. «Wir planen nicht kurzfristig», erklärt Thomas Dürr, Chef der Basler Agentur Act Entertainment. Das mittlerweile ausverkaufte Helene-Fischer-Konzert vom 23. Juni im Basler St. Jakob Park wurde lange vor der Aufhebung des Euro-Mindestkurses organisiert. Weiter verweist Dürr darauf, dass viele grössere Künstler an den Einnahmen beteiligt werden. «Und die werden in Franken ausbezahlt.»

Clubben bleibt gleich teuer

Keine Entlastung erfährt auch das Portemonnaie der Clubber, obwohl das Programm der namhaften Basler Clubs gut mit Euro-DJs bestückt ist. Das hat verschiedene Gründe. So ist etwa die Gage längst nicht der grösste Kostenblock einer Veranstaltung. Zudem verhandeln DJs hart über ihr Entgelt. Der Basler Club Nordstern hat nun sogar einen eigenen Euro-Mindestkurs von 1.10 eingeführt, nachdem die Nationalbank Mitte Januar den Franken entfesselte.

Hinzu kommt für die Basler Veranstalter erschwerend hinzu, dass auf alle deutschen Künstler eine Quellensteuer von 22 bis 27 Prozent auf die Gage anfällt. Hinter vorgehaltener Hand monieren Basler Clubbetreiber, dass ihre Kollegen in Bern und Zürich diese nur selten entrichten, weil die Behörden dort angeblich nicht so genau hinschauen.

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