Maradona zu Ehren: Ein Haus für Gott
Aktualisiert

Maradona zu EhrenEin Haus für Gott

Ein Designerteam aus Buenos Aires plant ein originelles Haus zu Ehren von Diego Maradona. Der grösste Fussballer aller Zeiten mag die Idee. Nur die Investoren fehlen noch.

von
Karin Leuthold
Ein Haus in Ehren von Diego Maradona - nur die Investoren fehlen. (Bilder: Keystone/edificiomda10.com.ar)

Ein Haus in Ehren von Diego Maradona - nur die Investoren fehlen. (Bilder: Keystone/edificiomda10.com.ar)

Auf den Visualisierungen sieht das Projekt einfach spektakulär aus: Zwei riesige Hochhäuser in der Form einer Zehn, der Rückennummer der argentinischen Fussballlegende Diego Armando Maradona. Die Idee für das MD10 stammt aus einem Designerbüro in Buenos Aires. Doch wie das so ist mit den passionierten argentinischen Fussballfans – am Anfang wird wahrscheinlich kein Kalkül, kein Geschäft im Vordergrund gewesen sein. Nur die Liebe zu Diego.

Die erste Idee sei schon vor acht Jahren aufgetaucht, während einem Asado (Grillfest) unter Freunden, erzählt Sebastian Tognocchi, einer der Initianten des Projekts, gegenüber 20 Minuten Online. Man habe über Maradona geredet und dabei plötzlich begonnen, Pläne zu schmieden, wie man «Gott» noch mehr ehren könnte; wie man ihn ultimativ vergöttern könnte. «Erst vor zwei Jahren nahm die Idee dann eine konkrete Form an», so Tognocchi. Zuvor habe das Projekt verschiedene Etappen erlebt, bevor es zu dem wurde, was es heute ist.

Die schwierige Suche nach Investoren

Die Initianten zeigen sich selbstbewusst, wenn es darum geht, ihr Konzept zu beschreiben. «Jede Stadt hat ein Gebäude, das sie identifiziert», meint Tognocchi. «Dieses Projekt hat alle Elemente, um eines Tages dieselbe Anerkennung wie der Burdsch Al Arab in Dubai oder das Taipeh Financial Center zu bekommen.» Dass das MD10 aber eines Tages in Buenos Aires steht, ist damit nicht gesagt. «Es könnte in Argentinien stehen oder in irgendeinem anderen Land.»

Tatsächlich wird nicht die Leidenschaft der Argentinier entscheiden, wo das MD10 hingebaut wird, sondern die möglichen Investoren, die sich für das 26-stöckige Hochhaus interessieren könnten. Auch die Nutzung des Baus ist völlig offen. «Wir können uns gut vorstellen, dass darin Firmen mit einem Bezug zum Fussball einziehen.» Aber vielleicht wird es auch zu einem Hotel umfunktioniert. «Man stelle sich nur vor, dass die wichtigsten Mannschaften der Welt dort untergebracht werden, wenn sie zu internationalen Spielen reisen müssen», zeigt sich Tognocchi begeistert. Auch als Wohnhaus kann er sich sein Projekt vorstellen; er erwähnt als Beispiel den geschäftlichen Erfolg des Diego-Maradona-Wohnkomplexes in Miami Beach.

Doch obwohl die Designer kräftig die Werbetrommel gerührt haben und viele Medienberichte über das Projekt erschienen sind, ist es ihnen noch nicht gelungen, Investoren zu finden. «Wir haben noch keine seriösen Angebote», gibt Mitinitiant Tognocchi zu. Zum Glück kann das Projekt immerhin auf das Einverständnis des Geehrten zählen: «Wir haben keinen direkten Kontakt zu Diego. Wir haben aber erfahren, dass er sich im Jahr 2008, als wir unsere Idee das erste Mal öffentlich vorstellten, positiv geäussert hat.» Die Nummer 10 habe damals ihre Einwilligung gegeben, mit der Idee weiterzumachen. Mit seinem Partner Alberto Cioffredi hat Tognocchi allerdings noch mehr Ideen, wie man Maradona ehren könnte. Denn wie der Fan selber sagt: «Die Bewunderung für Diego kennt keine Grenzen.»

Deine Meinung