Bombe am Times Square: Ein Held, der keiner sein will

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Bombe am Times SquareEin Held, der keiner sein will

Ein T-Shirt-Verkäufer hat die Polizei auf die Bombe am Times Square aufmerksam gemacht. Der Bürgermeister bezeichnet ihn als Held, er will davon nichts wissen.

von
pbl

Die Strassenverkäufer gehören zu New York wie die Freiheitsstatue. Unter ihnen befinden sich kriegsinvalide Vietnam-Veteranen, die mit einer Sonderbewilligung arbeiten können. Einer von ihnen ist Lance Orton, er verkauft am Times Square billige T-Shirts. Am Samstagabend bemerkte er als erster einen verdächtig parkierten Geländewagen. Er alarmierte den berittenen Polizisten Wayne Rhatigan. Dieser bemerkte Rauch im Auto und den Geruch von Schiesspulver. Sofort liess er die Umgebung absperren und evakuieren.

Am Sonntag bezeichnete Bürgermeister Michael Bloomberg den Polizisten und den Verkäufer als «Helden». Doch während sich Rhatigan feiern und vom Stadtoberhaupt zum Essen ausführen liess, wollte Lance Orton von seiner Rolle nichts wissen. Gegenüber den Medien gab sich der stark hinkende Veteran wortkarg. Er habe früher schon Interviews gegeben, «und ihr habt genau das Gegenteil von dem geschrieben, was ich gesagt habe», murrte er. Sein schnelles Handeln kommentierte er mit einem bekannten Polizei-Slogan: «See something, say something» - wer etwas sieht, der meldet es.

Während des ganzen Sonntags liess sich Orton nicht am Times Square blicken. Die Aufmerksamkeit der Medien und Passanten richtete sich deshalb auf den 58-jährigen Duane Jackson, ebenfalls ein behinderter Vietnam-Veteran. Er verkauft billige Handtaschen und Uhren und hat deutlich weniger Mühe mit dem Rampenlicht. So erzählte er, wie er ein «Pop, pop, pop» aus dem Auto gehört habe und seinerseits die Polizei verständigte. Für ihn sei das selbstverständlich: «Wir Veteranen sind es gewohnt, wachsam zu sein, denn wir wissen alle, dass es die Freiheit nicht gratis gibt», sagte er der «New York Times».

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