Covid-Behandlung - «Ein Impfstoff oder jeden Tag diese Menge an Medikamenten?»
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Covid-Behandlung«Ein Impfstoff oder jeden Tag diese Menge an Medikamenten?»

Ein britischer Arzt führt mit einem Tweet vor Augen, was jeden Tag in den Körper eines Patienten gepumpt wird, wenn er wegen Covid auf der Intensivstation behandelt wird.

von
Jean-Claude Gerber

Darum gehts

  • Ein britischer Arzt zeigt auf, was es braucht, um einen Covid-Patienten auf der Intensivstation am Leben zu erhalten.

  • Sein Tweet zum täglich benötigten Medikamentencocktail wird tausendfach geteilt.

  • Der deutsche Virologe Christian Drosten zeigt sich beeindruckt.

  • Er wünscht sich eine Debatte über mögliche Nebenwirkungen dieser Medikamente.

In der Impfdebatte wird von Unentschlossenen gerne das Argument angeführt, dass noch zu wenig über mögliche Nebenwirkungen der eingesetzten Impfstoffe bekannt sei. Dies, obwohl diverse Studien auch nach mehreren Monaten weltweiter Impftätigkeit keine Hinweise auf unmittelbare, schwerwiegende Nebenwirkungen finden konnten. Trotzdem wollen viele ihrem Körper keinen Corona-Impfstoff zumuten.

Dabei blenden manche Unentschlossene aus, was ihrem Körper an Medikamenten zugeführt werden würde, sollten sie wegen Covid auf der Intensivstation landen. Ein britischer Arzt hat das nun in einem vielbeachteten Tweet veranschaulicht. Dr. David Frocester zeigt mit einem einzigen Bild, was einer Covid-Intensivpatientin oder einem Covid-Intensivpatient an nur einem Tag im Spital verabreicht werden muss, um sie oder ihn am Leben zu erhalten.

Heftiger Medikamentencocktail

Der Arzt auf der Intensivstation des Gloucestershire Royal Hospital in England schreibt dazu: «Diese ganze Medizin braucht es, um EINEN Covid-Patienten EINEN Tag lang auf der Intensivstation zu versorgen.» Die Alternative liefert er im gleichen Tweet: «Oder nur EINEN Impfstoff.»

Was genau typischerweise bei der Intensivbehandlung zum Einsatz kommt, liefert der Arzt in einem weiteren Tweet nach. Dort listet er den Bedarf eines «durchschnittlichen Intensivpatienten» auf: Beruhigungsmittel (oft mehrere verschiedene nötig), ein Muskelrelaxans, mehrere Schmerzmittel, Blutdruckerhöher, Blutverdünner, Entzündungshemmer, Antibiotika, diverse Infusionen sowie Medikamente für die Verdauung, Elektrolyten und Flüssigkeiten zur Unterstützung der Nierenfunktion.

Drosten hofft auf eine breitere Diskussion

Der Tweet wurde auch vom deutschen Virologen Christian Drosten aufgegriffen. Er zeigt sich beeindruckt und stellt den Zusammenhang zur Diskussion über Nebenwirkungen her, indem er festhält: «Diejenigen, an die diese Botschaft geht, wissen wahrscheinlich gar nichts über die Nebenwirkungen und Folgen der Medikamente unten links und rechts im Bild.» Er hofft, dass das Thema nun auch einmal im Fernsehen mit einem Intensivmediziner erörtert wird.

Doch mit den Medikamenten alleine ist es nicht getan, wie ein Twitter-User in einer Antwort auf den den tausendfach geteilten Tweet von Dr. Frocester schreibt. «Dazu kommt noch haufenweise anderes Material: Tücher, Klebeband, Kittel, Schläuche und so weiter.» Und er ergänzt: «Dann noch die Menge an Leuten, die es braucht, um den Patient am Leben zu erhalten: Krankenhausärztinnen- und -ärzte, Pflegepersonal, Küchen- und Reinigungspersonal, Verwaltungsangestellte, Sozialarbeiterinnen und- arbeiter, sowie Therapeutinnen und Therapeuten.»

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