Aktualisiert 23.10.2003 19:42

Ein Inder in Höngg

Das Zürcher Quartier Höngg ist nicht unbedingt für ungestüme Lebendigkeit bekannt. Lange Zeit hat es höchstens Kleinfamilien und Pensionäre ins Schlafquartier gezogen. Es gab sogar Bestrebungen, Höngg wieder aus Zürich auszugliedern und als eigenes Dorf zu deklarieren.

Das war einmal. Seit der erste Kebab-Stand türkische Spezialitäten nach Höngg gebracht hat, ein Chinese-Take-Away für Exotik sorgt und ein Pizza-Kurier hervorragende Pizzas ausliefert, ist das Leben zurückgekehrt: Das Quartier ist wieder Teil der Stadt geworden. Es war darum nur eine Frage der Zeit, bis auch ein Inder

seine Pforten zur fernöstlichen Küche öffnete: das Maharani – ein Ableger des bekannten Maharaja an der Weststrasse.

Das Maharani bietet authentische südindische Küche. Neben dem obligaten Papadam mit erstklassigen Saucen wird als Vorspeise beispielsweise Idli gereicht: gedämpfte Reisküchlein mit Sambhar und Kokos-Chutney. Doch auch klassisch nordindische Gerichte dürfen bestellt werden. Das Murg Makhni zum Beispiel: im Ofen gebackene Tandoori-Pouletstücke an sämiger Tomaten-Butter-Sauce. Das Gericht schmeckt ausgezeichnet, das Poulet ist butterzart. Nicht so allerdings die Ente der südindischen Spezialität Chettinad Duck Curry: Die Entenstücke sind recht zäh, die Sauce ist selbst für europäische Gaumen zu mild – insbesondere, weil die südindische Küche für starke Gewürze wie Chili, Pfeffer, Kardamom und Muskatnuss bekannt ist. Weil sich die Preise im Rahmen halten, verzeiht man den kleinen Makel gerne. Vor allem auch, da der Inder in Höngg für eine willkommene exotische Bereicherung der ansonsten kargen Restaurant-Landschaft sorgt.

Food-Botschafter

Suresh Patel stammt aus Gujarat, einem Ort in der Nähe Bombays. Als er 1994 das Maharaja an der Weststrasse eröffnete, schien es ihm noch zu früh, Schweizer Gästen südindische Küche zu präsentieren – sie sollten sich erst mal an Gerichte aus dem Norden gewöhnen. Weil das Maharaja immer ausgebucht war und ihn zudem regelmässig Cars voller indischer Touristen besuchten, wagte er den Schritt in ein grösseres Lokal – und in die Küche des Südens. Um einen noch besseren Eindruck davon zu geben, bietet das Maharani neu jeweils am Donnerstag- und Sonntagabend ein südindisches Buffet à discrétion an.

Info

Restaurant Maharani, Zürich Höngg,

043 300 45 55

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.