Aktualisiert 23.01.2015 19:17

Aufatmen?

Ein Joint am Tag schadet der Lunge nicht

Weil Joints neben Marihuana auch Tabak enthalten, sind sie Gift für die Lunge. So dachte man. Nun zeigen US-Forscher: Dem ist nicht so.

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Ein Joint pro Tag und das 20 Jahre lang? Das muss unweigerlich zu Lungenproblemen führen, so die landläufige Meinung. Denn wer regelmässig Tabak raucht, schadet bekanntermassen seinen Atemwegen.

Anders sieht das bei Cannabis aus, wie jetzt Forscher um Russell Kempker von der Emory University in den «Annals of the American Thoracic Society» berichten. Zumindest dann, wenn die tägliche Dosis einen Joint nicht übersteigt. Sie hatten während 20 Jahren gesammelte Gesundheitsdaten von Erwachsenen zwischen 18 und 59 Jahren untersucht.

Verdampfer besser als Blättchen

Dabei zeigte sich, dass sich die Lungenfunktion von regelmässigen Kiffern nicht von der von Abstinenzlern unterschied. Allerdings litten Cannabis-Konsumenten häufiger an Bronchitis-ähnlichen Symptomen wie Husten und Halsschmerzen.

Daran ist laut den Forschern jedoch nicht das Gras, sondern vielmehr das Zigarettenpapier schuld. Gewohnheitskiffer, die Verdampfer nutzen, litten demnach nicht unter diesen Beschwerden.

Kein Freifahrtschein

Doch auch wenn diese Ergebnisse Kiffer aufatmen lassen: Als Freifahrtschein zum Dauerqualmen dürfen sie nicht verstanden werden. Denn in anderen Studien haben Forscher zahlreiche Nebenwirkungen festgestellt. So schadet regelmässiger Cannabis-Konsum nicht nur dem Herzkreislauf-System, sondern macht zudem auch unfruchtbar und dumm. Ausserdem kann Kiffen Psychosen auslösen.

Forscher der der Northwestern University im US-Bundesstaat Illinois setzen noch eins drauf: Sie konnten zeigen, dass auch Gelegenheitskiffer, die ein- bis zweimal die Woche zum Joint greifen, Veränderungen in wichtigen Hirnregionen aufweisen.

Eine Joint-Frequenz wie in «Lammbock» (2001) ist sicher nicht gesund. (Video: Youtube/Trailer auf Deutsch)

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