Aktualisiert 22.04.2014 14:26

Raddampfer feiertEin Jubilar kurvt auf dem Zürichsee umher

Der historische Raddampfer auf dem Zürichsee namens «Stadt Rapperswil» feiert den 100.Geburtstag. Am Freitag beginnt die Jubiläumssaison am Zürcher Bürkliplatz.

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blu
Die von Escher Wyss gebaute «Stadt Rapperswil» unternahm am 29. Mai 1914 ihre Jungfernfahrt  und wird dieses Jahr 100 Jahre alt.

Die von Escher Wyss gebaute «Stadt Rapperswil» unternahm am 29. Mai 1914 ihre Jungfernfahrt und wird dieses Jahr 100 Jahre alt.

Mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen den ganzen Sommer über feiern die Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) und die Aktion pro Raddampfer (APR) den 100. Geburtstag des historischen Raddampfers «DS Stadt Rapperswil». Den Auftakt machte am Dienstag eine Medienpräsentation.

Die Jubiläumssaison beginnt am kommenden Freitag am Zürcher Bürkliplatz mit zwei «Tagen der offenen Dampfschiff-Tür». Gleich am Freitagvormittag findet auf dem Dampfer eine Buchvernissage zum Thema statt: Vorgestellt wird «Die Zürichsee Schifffahrt» von Kurt Hunziker und Robert Knöpfel, herausgegeben von der APR.

«Ein grosses Spektakel»

An den beiden Tagen können Interessierte genaueren Einblick in die Geschichte des Raddampfers nehmen. Eine kleine Ausstellung, Führungen in den Maschinenraum, Kinderprogramm und kulinarische Angebote sind vorgesehen, wie Fabian Lück von der ZSG sagte.

Einen Monat später, vom 23. bis 25 Mai, steigt dann der Hauptanlass des Jubiläumsjahres: das grosse Hafenfest in Rapperswil. Zur Einstimmung gibt es am 23. Mai eine Sternfahrt mit Aviatik- und Wassershows – «ein grosses Spektakel», so Lück. Im Laufe der Saison sind verschiedene Spezialfahrten vorgesehen. Die allerletzte Dampfschifffahrt der Saison 2014 wird am 19. Oktober durchgeführt.

360'072 Franken und 44 Rappen

Die von Escher Wyss gebaute «Stadt Rapperswil» unternahm am 29. Mai 1914 ihre Jungfernfahrt. Bestellt worden war sie von der damaligen Zürcher Dampfboot-Gesellschaft (ZDG), gebaut wurde sie von Escher Wyss. Gedacht war der Salondampfer für gepflegte Schifffahrten der Bevölkerung, wie APR-Präsident Urs Wenzel berichtete.

Exakt 360'072 Franken und 44 Rappen musste die ZDG für das Schiff bezahlen. Damit habe die «Stadt Rapperswil» 20 Prozent weniger gekostet, als die technisch gleiche, aber viel luxuriöser ausgebaute «Savoye» auf dem Genfersee, die von der Konkurrenz – nämlich Sulzer – stammte. Diese war auf lokale «Haute-Volée» und internationale Prominenz ausgerichtet, so Wenzel.

Technik auf heutigem Stand

Die «Stadt Zürich», das Schwesterschiff der «Stadt Rapperswil», nahm ihren Betrieb 1919 auf und wurde im Laufe der Jahrzehnte mehrmals erneuert. Beispielsweise wurde die Möblierung dem jeweils geltenden Zeitgeschmack angepasst.

Heute entspricht sie äusserlich wieder dem Original von 1914. Auch den lauschigen «Damensalon», der in den 1950er-Jahren einem Buffet weichen musste, gibt es wieder. «Die technische Ausrüstung dagegen ist auf dem heutigem Stand», so Wenzel. (blu/sda)

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