GC-Captain Salatic: «Ein Kilo Blumenkohl für Da Costa»

Aktualisiert

GC-Captain Salatic«Ein Kilo Blumenkohl für Da Costa»

Mit Vero Salatic (26) kehrte GC zum Siegen zurück. 20 Minuten sprach mit dem Captain des Rekordmeisters über Erfolg, das Derby und Esswaren.

von
Sandro Compagno

Vero Salatic, gab es bei Ihnen Züri Gschnetzlets nach dem Sieg im Derby?

Vero Salatic: Nicht nachher, vorher! Am Donnerstag waren wir mit der Mannschaft zur Einstimmung auf das Derby im Stadion-Restaurant und haben Züri Geschnetzlets gegessen. Dazu haben wir auf Video eine Zusammenfassung des 6:5-Sieges gegen den FCZ im Cup-Halbfinal 2004 geschaut.

Sie haben eine junge Mannschaft. Konnten sich alle an dieses verrückte Spiel vor acht Jahren erinnern?

Nein, das wussten längst nicht alle. Dabei ist dieses Spiel für viele GC-Fans wohl heute noch einer der schönsten Siege überhaupt.

Platz 2 nach neun Runden. Wie fühlt sich das an?

Es ist ein sehr schönes Gefühl, da oben mitzuspielen, keine Frage. Aber das ist eine Momentaufnahme. Wir haben uns von Basel und YB etwas absetzen können. Wir wissen aber alle, wie schnell es im Fussball gehen kann.

Im Derby haben Sie die Qualitäten eines Spitzenteams gezeigt. GC war vielleicht nicht besser als der FCZ, aber effizienter.

Das kann man so sagen, ja. Es war vielleicht kein schönes, aber ein sehr intensives, kampfbetontes Spiel. Ich trage heute noch Spuren davon mit mir herum: Kratzer, Blutergüsse... Das 1:0 war sicher ein gutes Resultat für uns, der FCZ hatte ja eine Riesenchance auf den Ausgleich. Mir ist heute noch schleierhaft, wie Chiumiento seine Chance nicht nutzen konnte...

Vor dem Derby hat FCZ-Goalie David Da Costa im «Blick» gesagt, GC sei wie Blumenkohl. Den möge er nicht. Was ist der FCZ für Sie?

(lacht) Ich weiss nicht, ob ich den FCZ mit einem Lebensmittel vergleichen will, aber ich kann Da Costa ja vor dem nächsten Derby ein Kilo Blumenkohl schenken! Im Ernst: Derbys sind speziell. Natürlich geht es wie in einem anderen Spiel zuerst einmal um drei Punkte. Aber ein Derby-Sieg ist emotional schon mehr wert.

Sie haben gegenüber «20 Minuten» vor einigen Wochen gesagt, Ziel sei die Nummer 1 in Zürich. Das dürfte GC zumindest mittelfristig sein...

Ja, es läuft wirklich sehr gut.

Wo aber steht GC am Ende der Saison?

Das kann und will ich nicht sagen. Hätte man mir im Sommer prophezeit, GC liege nach dem ersten Meisterschafts-Viertel auf Platz 2, ich hätte sofort unterschrieben. Wenn wir weiter so auftreten wie in den letzten Wochen, wenn wir weiterhin defensiv so stabil sind und uns in der Winterpause in der Offensive noch verstärken, dann bin ich zuversichtlich, dass wir uns da oben halten können. Aber man muss auch sehen, dass wir ein dünnes Kader haben. Sollten sich Leistungsträger verletzen, wird es schwierig.

Was auffällt: So viele GC-Fans wie am Samstagabend waren lange nicht mehr im Letzigrund.

Das ist mir natürlich auch aufgefallen. Es war eine tolle Derby-Kulisse – und zwar auf beiden Seiten. Dass so viele GC-Fans kamen, ist für meine Kollegen und für mich auch eine Anerkennung für die seriöse Arbeit.

GC ist eine junge Mannschaft, die in den letzten Jahren vom Erfolg nicht verwöhnt war. Wie hoch ist das Risiko, jetzt abzuheben?

Diese Gefahr besteht natürlich immer. Aber wir haben mit Grichting, Vilotic, Pavlovic, Gashi und mir auch erfahrene Spieler, die das Team führen können. Wir werden schon dafür sorgen, dass die Jungs auf dem Boden bleiben.

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