Lotus Elan Sprint DHC - Ein kleines grosses Auto, das zum Dauergrinsen animiert
Der Lotus Elan Sprint DHC brachte gerade mal 720kg auf die Waage. 

Der Lotus Elan Sprint DHC brachte gerade mal 720kg auf die Waage.

Daniel Reinhard / www.zwischengas.com
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Lotus Elan Sprint DHCEin kleines grosses Auto, das zum Dauergrinsen animiert

Nach acht Jahren Bauzeit wurde der Leichtgewichts-Sportwagen Lotus Elan nochmals aufgerüstet, erhielt 25 Prozent mehr Leistung und eine zweifarbige Lackierung. Damit hätte auch Emma Peel gut ausgesehen, wenn sie wieder einmal gebraucht wurde.

von
Bruno von Rotz

Sie erinnern sich? «Wir werden gebraucht» oder «we’re needed» erschien fast in jeder Folge der Krimi-Fernsehserie «The Avengers», hierzulande unter dem Titel «Mit Schirm, Charme und Melone» ausgestrahlt, am Anfang. Es war jeweils John Steed, der Emma Peel auf verschiedenste Arten und Weisen auf einen nötigen Einsatz aufmerksam machte. Da konnte auch einmal eine Ampel blau leuchten und den entsprechenden Marschbefehl zeigen. Und die erwähnte Emma Peel (Diana Rigg) fuhr einen Lotus Elan als Cabriolet. Zwar keinen Sprint der letzten Serie, aber bereits eine Serie-3-Version mit den festmontierten seitlichen Scheibenrahmen.

Grosse Ventile zum Schluss

Vorgestellt wurde der Lotus Elan im Oktober 1962. Über vier Serien wurde er stetig weiterentwickelt, um dann im Spätherbst 1970 mit dem «Sprint» seinen Höhepunkt zu erreichen. Um den Sportwagen konkurrenzfähiger zu machen, hatten die Motorentüftler von Lotus die Leistung mittels grösserer Ventile, höherer Verdichtung, grosszügiger Düsen und neuer Nockenwellen um nicht weniger als 25% gesteigert. Auf 720kg Leergewicht waren die 126 PS bei 6500 Umdrehungen durchaus eine Ansage. Immerhin beschleunigten die Autos in unter sieben Sekunden von 0 auf 100 km/h, das schafften sonst nur Vollblutsportwagen vom Kaliber eines Ferrari oder Maserati.

Der Lotus erhielt auch einen neuen Anstrich, er war nun zweifarbig erhältlich, was die damalige Formel-1-Bemalung der Lotus-Rennwagen imitierte.
Von Februar 1971 bis August 1973 wurden die Sprint-Modelle als Coupés und Cabriolets gebaut, rund 1400 davon verliessen die Fabrik.

Nur 1,42 Meter breit ist ein Lotus Elan, da kommt man überall durch.

Nur 1,42 Meter breit ist ein Lotus Elan, da kommt man überall durch.

Daniel Reinhard / www.zwischengas.com
Die berühmteste Lotus-Elan-Fahrerin war Emma Peel alias Diana Rigg. Manche Folge der beliebten Fernsehserie «Mit Schirm, Charme und Melone» begann mit dem Spruch «we’re needed» (wir werden gebaucht) und einer erstaunten Emma Peel im Lotus Elan.

Die berühmteste Lotus-Elan-Fahrerin war Emma Peel alias Diana Rigg. Manche Folge der beliebten Fernsehserie «Mit Schirm, Charme und Melone» begann mit dem Spruch «we’re needed» (wir werden gebaucht) und einer erstaunten Emma Peel im Lotus Elan.

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Für heutige Begriffe ist der Lotus Elan sehr kompakt und leicht, gerade einmal 720kg brachte er auf die Waage.

Für heutige Begriffe ist der Lotus Elan sehr kompakt und leicht, gerade einmal 720kg brachte er auf die Waage.

Daniel Reinhard / www.zwischengas.com

Nur 3,66 Meter lang und 1,42 Meter breit ist ein Lotus Elan, auch in der Höhe fällt er mit 117 cm sehr flach aus. Dass zwei grossgewachsene Passagiere samt einer erheblichen Menge Gepäck in diesem Sportwagen Platz finden können, scheint eigentlich fast wie ein Wunder und zeigt, wie geschickt Colin Chapman den kleinen Sportwagen konzipiert hatte.

Tatsächlich fühlt man sich auch als über 1,8 Meter grosser Fahrer wohl im Elan, hat eine perfekte Rundumsicht (im offenen Cabriolet) und findet alle wesentlichen Bedienungselemente an der richtigen Stelle vor. Natürlich sollte man nicht mit Wanderschuhen der Grösse 45 versuchen, die Pedalerie zielsicher zu treten, besser geeignet sind dünnwandige und enge Rennfahrerschuhe.

Leichtbau zahlt sich aus

Gestartet wird mit dem Zündschlüssel unten an der Lenksäule und sofort räuspert sich der so typisch tönende Anlasser, um den Vierzylindermotor zu starten. Dessen Geräuschentwicklung erinnert ein wenig an die italienischen Doppel-Nockenwellenmotoren und wirkt sehr sympathisch, ohne allzu laut zu werden.
Wer noch nie in einem knapp 700kg schweren Auto mit aus heutiger Sicht eigentlich bescheidenen Motorenleistung von 126 PS gefahren ist, kann sich die Dynamik, die der Elan aus dem Stand entwickelt, kaum vorstellen, Leichtbau zahlt sich eben aus. Der Schalthebel führt direkt ins Getriebe, man kann die Zahnräder fast fühlen beim Wechseln der vier Vorwärtsgänge.

Die Lenkung ist direkt und leichtgängig, ein Fingerzucken reicht, um eine Kurve anzusteuern. Der kleine Wagen verhält sich wunderbar handlich, lenkt schon beim Gedanken ein. Trotz schmaler Bereifung sind die Kurvengeschwindigkeiten hoch und selbst an Federungskomfort fehlt es nicht. Wer beim Fahren im Elan nicht automatisch in ein ständiges Grinsen verfällt, ist definitiv kein «Petrolhead».
Das gefahrene Exemplar aus dem Jahr 1972 wurde nie restauriert, aber sein ganzes Leben viel gebraucht.

Weitere Informationen, viele Bilder und ein Tonmuster zum Lotus Elan Sprint gibt es auf www.zwischengas.com.

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