Aktualisiert 04.01.2013 14:59

Michelle Gisin

Ein Lichtblick im trüben Schweizer Skialltag

Im Schweizer Skisport lassen in diesem Winter nur die Frauen aufhorchen. Unter ihnen tastet sich ein hoffnungsvolles Talent an die Weltspitze: Michelle Gisin, die Schwester von Dominique.

von
F. Burkhard

Erst vor sechs Tagen gab Michelle Gisin im Slalom am Semmering ihr Weltcup-Debüt – und liess dabei gleich mächtig aufhorchen. Mit der Nummer 44 gestartet, legte sie einen starken ersten Lauf hin und stürmte auf den 17. Rang. Gleich im ersten Rennen schaffte sie damit die Qualifikation für den zweiten Lauf. Auch im Final-Durchgang war die 19-Jährige gut unterwegs, stürzte aber im unteren Streckenteil. Es gab dementsprechend keine Weltcup-Punkte bei der Feuertaufe, dafür aber ganz viel Respekt. Kein Wunder also, darf die kleine Schwester von Marc und Dominique Gisin beim Slalom in Zagreb erneut ran.

Die aus einer skibegeisterten Familie stammende Engelbergerin steht schon seit jüngster Kindheit auf den Brettern. Gegenüber SRF sagte Gisin im Dezember: «Ich kann mir keinen schöneren Arbeitsort als die Skipiste vorstellen.» Ihre Schwester Dominique und ihr Bruder Marc hatten schon immer grossen Einfluss auf das Nesthäckchen.

Das Knie als Schwachpunkt der Familie

«Ich habe ihnen schon immer alles abgeschaut», gab sie unlängst zu. Ob dies auch für Verletzungen gilt? Auch Michelle blieb von eben diesen nicht verschont. Im März 2012 riss sie sich, wie ihr Bruder im Monat zuvor, an den Schweizer Meisterschaften das Kreuzband. Härter traf es bisher ihre 27-jährige Schwester, Dominique musste schon neunmal wegen ihres Knies unter das Messer.

Vor ihrem Weltcup-Debüt liess die Frohnatur mit zwei Siegen bei den zwei FIS-Slaloms in Zinal aufhorchen. Doch nicht nur das Skifahren begeistert die Weltcup-Newcomerin. Einmal im Jahr fährt Michelle Gisin zum Windsurfen, aber auch der Golfsport hat es ihr angetan. Ausserdem sei sie eine richtige Leseratte.

20 Minuten Online berichtet ab 15.45 Uhr live vom Slalom in Zagreb.

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