Klage gegen Lohnexzess: Ein Lohn von 77,4 Millionen ist «sittenwidrig»

Aktualisiert

Klage gegen LohnexzessEin Lohn von 77,4 Millionen ist «sittenwidrig»

Mit 77,4 Millionen Euro ist Porsche-Chef Wendelin Wiedeking der am besten bezahlte Manager Europas. Aktionäre wollen ihm nun aber mit einer Anfechtungsklage sein hohes Salär streitig machen.

Die Protagon Capital GmbH aus Berlin beantrage in der Klage beim Stuttgarter Landgericht, die Entlastung von Porsche-Vorstand und -Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2007/08 für unwirksam zu erklären. Eine Folge der Klage könne laut dem Bericht sein, dass Wiedeking um seine Gehälter der vergangenen Jahre fürchten müsse.

Die Gefahr für Wiedeking liegt laut dem Magazinbericht in der Begründung: Protagon, eine Gruppe von Profiaktionären rund um den Berliner Rechtsanwalt Martin Weimann, halte Wiedekings Gehalt nicht nur für sittenwidrig. Es verstosse auch gleich doppelt gegen das Aktienrecht. Wiedeking hatte für das Jahr 2007/08 offenbar mehr als 77 Millionen Euro kassiert, berichtete das Magazin.

Klage mit Aussicht auf Erfolg

Dem Porsche-Lenker stünden etwa 0,9 Prozent des Vorsteuerergebnisses zu. Erstens falle ein Salär in dieser Höhe nicht mehr in den Ermessensspielraum des Aufsichtsrats, argumentieren die Kläger. Zweitens komme Wiedekings Kontrakt einem Teilgewinnabführungsvertrag gleich. In dieser Variante dürfe über eine solche Klausel nur die Hauptversammlung beschliessen. Über den Vertrag jedoch entschied der Aufsichtsrat. Aktienrechtler räumen dem Antrag laut dem Bericht durchaus Erfolgsaussichten ein.

«Wir sehen der Klage gelassen entgegen»

Porsche wies darauf hin, dass sich die Klage gegen die Entlastungsbeschlüsse der letzten Hauptversammlung und nicht gegen die Regelung der Vorstandsvergütung richte. «Dem Aufsichtsrat steht bei der Festlegung der Vorstandsvergütung ein breiter Ermessensspielraum zu. Eine Höchstgrenze für die Vergütung wird vom Gesetz nicht gefordert», sagte Sprecher Albrecht Bamler. Die Vergütungsregelungen entsprächen sowohl dem Aktienrecht als auch dem Deutschen Corporate Governance Kodex. «Wir sehen der Klage gelassen entgegen», sagte der Sprecher.

Der Fall wird eventuell im September vor dem Stuttgarter Landgericht verhandelt werden, wie der Sprecher mitteilte. (dapd)

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