US-«Maxim»: Ein Männermagazin wird feministisch
Aktualisiert

US-«Maxim»Ein Männermagazin wird feministisch

Die US-Version des Männermagazins «Maxim» wird mehr und mehr zum Lesestoff für alle. Dafür sorgt vor allem die erste weibliche Chefredaktorin.

von
Katinka Templeton
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In der diesjährigen «Hot 100»-List der amerikanischen Ausgabe von «Maxim» steht Taylor Swift an oberster Stelle der heissesten Frauen.

In der diesjährigen «Hot 100»-List der amerikanischen Ausgabe von «Maxim» steht Taylor Swift an oberster Stelle der heissesten Frauen.

Keystone/AP/Evan Agostini
Ein Novum: Die Sängerin wurde ungeschminkt, und vor allem angezogen aufs Cover gehievt. Grund für den neuen Stil: Das Blatt hat erstmals eine Frau als Chefredaktorin.

Ein Novum: Die Sängerin wurde ungeschminkt, und vor allem angezogen aufs Cover gehievt. Grund für den neuen Stil: Das Blatt hat erstmals eine Frau als Chefredaktorin.

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Zur Erinnerung: Gewohnt lasziv und sexy zeigte sich die US-«Maxim» noch im Vorjahr. Damals zierte Iggy Azalea als heisseste Frau das Cover der «Hot 100»-Ausgabe.

Zur Erinnerung: Gewohnt lasziv und sexy zeigte sich die US-«Maxim» noch im Vorjahr. Damals zierte Iggy Azalea als heisseste Frau das Cover der «Hot 100»-Ausgabe.

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Taylor Swift, angezogen und ungeschminkt auf einem Cover? Nicht weiter aufsehenerregend. Doch auf der Frontseite eines Männermagazins, das sich sonst mit nackten Tatsachen brüstet? Das ist schon eine kleine Sensation. Die Sängerin führt die «Hot 100»-Liste der amerikanischen «Maxim» und wurde von dem Magazin geradezu züchtig in Szene gesetzt. Ohne nackte Brüste. Ohne billigen Schlafzimmerblick. Einfach Taylor und einfach schön.

Dass für einmal auf Männermagazin-Klischees verzichtet wurde, ist der Chefredaktion zu verdanken. Und die führt zum ersten Mal in der Geschichte der US-«Maxim» eine Frau. Kate Lanphear wurde letztes Jahr auf den Posten berufen und beschloss schon zu Beginn, dem Magazin eine Erneuerung zu verpassen: «Ich war wirklich entschlossen, neu zu definieren, was ‹hot› für die Marke bedeutet», erklärte sie dem Modemagazin «WWD». «Unsere Leser sehen sich gern schöne Dinge an und unter anderem schöne Frauen. Aber sie interessieren sich für so viel mehr.»

Feminismus wird zum Thema

Auch das Auswahlverfahren der «Hot 100»-Liste hat sich verändert. Zählte früher nur das Aussehen und wer den heisseren Body präsentierte, sind in diesem Jahr auch der kulturelle Einfluss und der Erfolg massgebend.

Auch das Siegerinterview mit Swift beweist die neue Richtung, die Lanphear mit «Maxim» eingeschlagen hat: Anstatt über Schönheitsgeheimnisse und Sextipps zu reden, spricht Taylor Swift über Feminismus und ihre Beweggründe, sich dafür einzusetzen: «Feminismus ist wahrscheinlich die wichtigste Bewegung, die man unterstützen kann, weil es eigentlich nur ein anderes Wort für Gleichstellung ist», so die Sängerin.

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