«Whisky»: Ein Mann wie eine Maschine

Aktualisiert

«Whisky»Ein Mann wie eine Maschine

Ein kleiner, äusserst liebenswürdiger Film: «Whisky» beschreibt einen uruguayischen Alltag, der etwas durcheinander gerät.

Jacobo ist um die 60, alleinstehend und führt eine kleine Sockenfabrik in Montevideo. In absoluter Motivationslosigkeit hat er sich dem Rhythmus seiner Socken-Maschinen angepasst: Jeder Tag verläuft identisch, manchmal gerät er ins Stocken – zum Beispiel dann, wenn der Fenster-Rollladen nicht mehr richtig will.

Zur Grabsteinsetzung seiner toten Mutter reist Jacobos Bruder aus Brasilien an. Jacobo bittet seine treue Mitarbeiterin Marta, während ein paar Tagen seine Ehefrau zu spielen, was diese prompt macht und ihn auch noch auf einer Reise ans Meer begleitet, die die drei unternehmen.

«Whisky» ist eine Mischung aus raffiniertem Erzähl-Kino mit Wendungen und einer Milieu-Studie, die den trostlosen Alltag ungefiltert auf die Leinwand bringt. Das wirkt einerseits lebendig und witzig und anderseits gewollt träge und unbedarft, denn die Protagonisten sprechen praktisch nicht miteinander – sie kommunizieren eigentlich bloss mit Handlungen.

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