Aktualisiert 14.09.2016 12:24

Ferienfund

Ein Migros-Wagen in Tansania

Sie waren einst der Hit in den Dörfern auf dem Land: die Verkaufsbusse der Migros. Einer von ihnen steht nun in der Nähe von Dar es Salaam.

von
ann
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Dieser Verkaufswagen - ein Stück Heimat mitten in Tansania - erschien der Familie Locher wie eine Fatamorgana. Der Betreiber des Hotels, auf dessen Parkplatz der Wagen steht, ist ein Schweizer und hat den Bus aus der Schweiz nach Afrika verschiffen lassen.

Dieser Verkaufswagen - ein Stück Heimat mitten in Tansania - erschien der Familie Locher wie eine Fatamorgana. Der Betreiber des Hotels, auf dessen Parkplatz der Wagen steht, ist ein Schweizer und hat den Bus aus der Schweiz nach Afrika verschiffen lassen.

Der Lastwagen ist noch in den Original-Migros-Farben von damals angemalt. Das Bild stammt von 1985.

Der Lastwagen ist noch in den Original-Migros-Farben von damals angemalt. Das Bild stammt von 1985.

Keystone/str
Manch ein Verkaufswagen fand eine andere Verwendug: hier das Pandamobil des WWF.

Manch ein Verkaufswagen fand eine andere Verwendug: hier das Pandamobil des WWF.

Familie Locher bereiste mit ihren zwei Söhnen acht Wochen lang den afrikanischen Kontinent – von Malawi bis nach Tansania am Indischen Ozean. «Wir waren als Rucksack-Touristen unterwegs, per Schiff, Bahn und Bus», erzählt Vater Philippe Locher. Ein anstrengendes Abenteuer, das der Familie viel Kraft abverlangte.

Nach rund sieben Wochen kamen sie an der Küste von Tansania an, südlich von Dar es Salaam. Im kleinen Resort Kijiji am Meer wollte sich die Familie erholen. Zur Überraschung der vier stand auf dem Parkplatz des Hotels ein alter Migros-Verkaufsbus.

Existenzgrundlage der lokalen Bevölkerung bedroht

«Nach der anstrengenden Zeit erschien uns dieses Stück Heimat wie eine Fatamorgana», sagt Locher. Auch die Geschichte dahinter faszinierte die Familie. «Der Besitzer des Hotels, ein Schweizer, hatte den Bus vor vielen Jahren von Europa nach Afrika verschiffen lassen.»

Sein Ziel sei gewesen, mit ihm in Tansania Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs zu verkaufen. Damit sei er bei der lokalen Bevölkerung aber nicht gut angekommen. «Er erzählte mir, dass er damit die Existenzgrundlage der lokalen Läden bedroht habe.»

Statt Lebensmittel mobiles Sprechzimmer eines Arztes

Der Schweizer, der schon seit 19 Jahren in Tansania lebe und mit einer Frau aus Tansania verheiratet sei, habe dann das jetzige Resort gegründet. «Den Verkaufswagen hält er aber gut in Schuss, er fährt immer noch», so Locher.

Es gebe Überlegungen, ihn einem Arzt zur Verfügung zu stellen, der mit ihm als mobilem Sprechzimmer von Dorf zu Dorf fahre. Locher: «Da besteht offenbar ein grosser Bedarf; ausserdem würde man niemandem schaden.»

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