Severin Lüthi: «Ein Mixed mit Hingis ist verlockend für Federer»

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Severin Lüthi«Ein Mixed mit Hingis ist verlockend für Federer»

Federer-Coach, Wawrinka-Berater, Davis-Cup-Captain: Severin Lüthi über die Partie gegen Holland und ein mögliches Olympia-Duo Federer/Hinigs.

von
Kai Müller
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Severin Lüthi (r.) darf sich freuen: Stan Wawrinka und Roger Federer haben für das Davis-Cup-Duell gegen Holland vom 18. bis 20. September 2015 zugesagt. In Genf soll noch einmal der letztjährige Siegeszug im Nationenwettbewerb gefeiert werden.

Severin Lüthi (r.) darf sich freuen: Stan Wawrinka und Roger Federer haben für das Davis-Cup-Duell gegen Holland vom 18. bis 20. September 2015 zugesagt. In Genf soll noch einmal der letztjährige Siegeszug im Nationenwettbewerb gefeiert werden.

Keystone/Salvatore di Nolfi
Die beiden Schweizer Top-5-Spieler müssen im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Rio 2016 mindestens einen Davis-Cup-Einsatz vorweisen.

Die beiden Schweizer Top-5-Spieler müssen im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Rio 2016 mindestens einen Davis-Cup-Einsatz vorweisen.

Keystone/Salvatore di Nolfi
Zuletzt standen die Doppel-Olympiasieger von Peking in Lille gemeinsam auf dem Platz.

Zuletzt standen die Doppel-Olympiasieger von Peking in Lille gemeinsam auf dem Platz.

AP/Christophe ena

Severin Lüthi, wie gross ist Ihr Anteil daran, dass Roger Federer und Stan Wawrinka Mitte September in der Davis-Cup-Relegation gegen Holland dabei sind?

Dass ich Captain bin, macht es für sie sicher einfacher. Aber natürlich kann ich die Entscheidung nicht für sie treffen. Der Hauptgrund für ihre Zusage war, dass wir zu Hause spielen. Für das Team wird das eine Art Ehrenrunde nach dem Triumph im letzten Jahr, quasi die Rückkehr des Siegerteams. Und dann findet die Partie auch noch in Genf statt, wo wir immer gerne spielen. Der Match gibt uns die Gelegenheit, die Emotionen von 2014 noch einmal aufleben zu lassen. Auch der Pokal wird vor Ort sein.

Ist die Partie gegen Holland nicht einfach die günstigste Gelegenheit für Federer und Wawrinka, zum geforderten Davis-Cup-Einsatz zu kommen, damit sie an den Sommerspielen nächstes Jahr in Rio de Janeiro teilnehmen dürfen?

Rio ist in diesem Zusammenhang sicher ein Thema. Aber in erster Linie freuen sich alle, dabei zu sein. Was wir letztes Jahr in Genf im Halbfinal gegen Italien mit dem Zuschauerrekord erlebten, war unglaublich. Die Spieler lieben diese Atmosphäre.

Federer äusserte sich im Februar in Dubai sehr kritisch zum Davis Cup und liess durchblicken, dass er mit dem Sieg seine Schuldigkeit getan hat. Wird man Federer und Wawrinka in Genf zum letzten Mal in dieser Konstellation sehen?

Diese Möglichkeit besteht immer, das weiss man nie. Was wir wissen, ist, dass es nächstes Jahr schwierig wird, weil das Programm mit Olympia gedrängt ist. Allerdings wussten wir Ende 2013 auch nicht, ob die beiden das ganze 2014 zusammen spielen würden. Wenn wieder so viele Leute nach Genf kommen, ist das vielleicht eine Motivation für die Zukunft und der Anfang von etwas Neuem. Für mich ist die Tür nicht zu. Träumen darf man immer.

Ist es für die Schweiz wichtig, Teil der Weltgruppe zu bleiben? Sollten Federer und Wawrinka einmal abtreten, wird das Davis-Cup-Team wohl ohnehin in der Versenkung verschwinden.

Ich finde, man sollte nicht zu weit vorausschauen. Stan ist einer, der in zwei, drei Jahren locker noch spielen kann. Das gilt auch für Roger. Vielleicht bestreitet er dann weniger Turniere, dafür nur noch die grösseren und den Davis Cup. Vielleicht hat er auch etwas anderes im Kopf. Ich weiss es schlichtweg nicht. Möglich ist auch, dass sich ein 15-Jähriger so gut entwickelt, dass er in zwei, drei Jahren ein gewisses Niveau hat und zu einer Option wird.

Zurück zu Rio: Gibt es Neuigkeiten betreffend eines olympischen Mixed-Doppels Federer/Hingis?

Roger hat noch nicht entschieden, wie er es in Rio machen will. Ein Mixed mit Martina ist natürlich verlockend – wenn nur nicht alles so dicht gedrängt wäre. Sollte Roger Einzel, Doppel und Mixed bestreiten, käme er im Idealfall auf 15 Spiele in zehn Tagen. Deshalb gilt es abzuwägen: lieber auf drei Wettbewerbe setzen, um drei Medaillenchancen zu haben? Oder gar nur auf das Einzel? Der Entscheid fällt in den nächsten ein, zwei Monaten.

Ob es das Duo Federer/Hingis geben wird, hängt also nur von Federer ab?

Das Interesse ist auf beiden Seiten vorhanden. Wir hatten schon vor den Sommerspielen 2012 in London mit Martina gesprochen. Dieses Jahr redeten wir erstmals im Februar in Dubai gemeinsam darüber. Für Martina es einfacher, weil sie nur im Doppel und Mixed antritt. Wenn Roger sagt, er spiele Mixed, werde ich mit ihr Kontakt aufnehmen. Es ist gut möglich, dass wir am US Open noch einmal zusammensitzen.

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