Aktualisiert 21.06.2011 20:37

HoffnungsschimmerEin Museum will das «Autöffli» retten

Sebastian Küttels Auto-Töffli wird eventuell doch nicht verschrottet. Ein Töffmuseum möchte es in seine Sammlung aufnehmen. Die Jugendanwaltschaft ist noch zurückhaltend.

von
Felix Burch

Die Geschichte von Sebastian Küttel und seinem Töffli-Auto zieht immer weitere Kreise. Der 17-jährige Mechanikerlehrling gab alleine am Dienstagmittag vier TV-Interviews, ausländische Medien berichten über den Daniel Düsentrieb der Schweiz.

Was mit Küttels Gefährt passiert, ist weiter unklar. Allerdings könnte sich jetzt eine Lösung abzeichnen. Marcel Büchler vom Töffmuseum Lütisburg will das Auto-Töffli unbedingt retten. «Als ich es in der Zeitung sah, war ich sofort begeistert», sagt Büchler gegenüber 20 Minuten Online. Deshalb wird er alles daran setzen, das Fahrzeug zu bekommen. «Es würde prächtig in meine Sammlung passen.» Seine Ausstellung verfügt über 300 Töffs von über 70 Marken. Unter anderem kann ein Mofa mit Seitenwagen bewundert werden.

Die Jugendanwaltschaft zögert

Zur Zeit steht das Auto-Töffli von Küttel bei der Polizei. Über sein Schicksal entscheidet die Staatsanwaltschaft. Stephan Ramseyer, Leitender Jugendstaatsanwalt des Kanton St. Gallen, sagt: «Entweder ziehen wir das Gefährt ein und vernichten es oder wir geben es dem Besitzer zurück.» In der Praxis würden aber nur Fahrzeuge zurückgeben, die so zurückgebaut werden könnten, dass sie vorführungstauglich seien. Dies sei bei Küttels «Autöffli» definitiv nicht der Fall.

«Kann der Teenager aber beweisen, dass seine Eigenkreation in ein Museum kommt, ist nicht ausgeschlossen, dass er es zurückbekommt», so Ramsyer zu 20 Minuten Online. Der Fall sei äusserst aussergewöhnlich, zuerst müsse der Jugendliche angehört werden. Anfang August soll Küttel vorgeladen werden. Dieser findet die Idee mit dem Museum toll. «Ich würde meinen Eigenbau gerne nach Lütisburg verkaufen.»

Wie immer der Fall auch ausgehen wird, die Unterstützung zahlreicher 20-Minuten-Online-User ist Küttel sicher. Heinz Meier zum Beispiel schreibt: «Sensationell. Bekommt Küttel eine Busse, beteilige ich mich mit 100 Franken am Bussgeld. Wer macht mit?» Vier User versicherten darauf, sie würden helfen. Küttel droht eine Busse von bis zu 2000 Franken sowie der Entzug seines Mofa-Ausweises.

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