30.10.2016 18:08

Mittelitalien«Ein nächstes Beben kann noch stärker sein»

In Italien hat bereits zum dritten Mal innert kurzer Zeit die Erde stark gebebt. Dies sei typisch für Erdbeben mit geringer Tiefe. Mit weiteren wird gerechnet.

von
ann
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Wenige Tage nach den schweren Erdstössen bebt es wieder: Ein Feuerwehrmann begleitet einen Bürger von Norcia, Italien. (30. Oktober 2016)

Wenige Tage nach den schweren Erdstössen bebt es wieder: Ein Feuerwehrmann begleitet einen Bürger von Norcia, Italien. (30. Oktober 2016)

Keystone/Gregorio Borgia
Haben die Beben aufgehört? Das fragen sich nicht nur die Bewohner Mittelitaliens. (31. Oktober 2016)

Haben die Beben aufgehört? Das fragen sich nicht nur die Bewohner Mittelitaliens. (31. Oktober 2016)

Keystone/Gregorio Borgia (AP)
Besonders schlimm getroffen: Die Stadt Norcia. Zwei Bewohner sitzen nach dem schlimmen Erdbeben in einem Park des Ortes.

Besonders schlimm getroffen: Die Stadt Norcia. Zwei Bewohner sitzen nach dem schlimmen Erdbeben in einem Park des Ortes.

AFP/Gregorio Borgia

Mit einer Magnitude von 6,5 hat in Italien das schwerste Erdbeben seit 36 Jahren rund um Norcia grosse Zerstörung angerichtet. Laut Seismologen hat man nach dem Erdbeben vom August in Amatrice und jenem vor vier Tagen in Visso und Ussita mit weiteren Beben gerechnet. «Eine Abfolge von mehreren Vorfällen ist typisch für diese Erdbeben, deren Epizentrum nahe an der Oberfläche liegt», so Massimo Cocco, Seismologe am Nationalen Institut für Geophysik und Vulkanologie in Rom.

Die Spezialisten in Rom rechnen laut italienischen Medien zudem mit weiteren Erdbeben in der Region. «Wir können aber nicht vorhersagen, wann diese kommen und wie stark sie sein werden», sagt Direktor Paolo Messina vom Institut für Geologie und Ingenieurwissenschaften.

«Weitere Beben auch Wochen oder Monate später möglich»

Die Abfolge der Erdbeben sei definitiv sehr beunruhigend. Immerhin bestehe die Hoffnung, dass bei mehreren aufeinanderfolgenden Beben ein Extremereignis mit einer Magnitude von über 7,0 ausbleibe. «Ausschliessen können wir aber nichts – auch nicht schwerere Erdbeben», so Messina.

Beim Schweizerischen Erdbebendienst teilt man diese Einschätzung. «Wenn es so grosse Erdbeben gibt, muss man immer mit Nachbeben rechnen – auch mehrere Wochen bis Monate später», sagt Sprecherin Michèle Marti. Die vergangenen Erdbeben in Mittelitalien seien alle im Zusammenhang zueinander gestanden. Darum müsse man leider auch damit rechnen, dass ein nächstes Erdbeben noch stärker sein könnte.

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