Krise beim SC Bern: Ein neuer und ein schlechter Stil
Aktualisiert

Krise beim SC BernEin neuer und ein schlechter Stil

Der SC Bern hat erstmals unter Guy Boucher verloren und muss weiter um die Playoffs zittern. Derweil kritisieren die Bosse Antti Törmänen.

von
Peter Berger

Der SC Bern steht wieder dort, wo er vor der Verpflichtung Guy Bouchers gestanden ist – unter dem Strich. Der NHL-Coach verlangt «Tempo, Tempo, Tempo». Vom neuen Stil war am Freitag beim 4:2 gegen Ambri einiges, am Samstag beim 2:3 in Freiburg wenig zu sehen gewesen. Der Kanadier hat nun drei Wochen Zeit, diesen neuen Stil mit dem Team zu üben. Die Spieler sind vom Kanadier überzeugt. «Boucher ist aktiv an der Bande, das hilft uns, gibt uns Energie», so Christoph Bertschy. Und Tristan Scherwey sagt: «Es ist gut, dass der neue Coach da ist, er pusht uns, wir können viel lernen.»

Noch ist es zu früh, um über Bouchers Stil zu urteilen. Dass die Bosse nun über Vorgänger Antti Törmänen lästern, ist dagegen definitiv schlechter Stil. Sportchef Sven Leuenberger liess sich in der «SonntagsZeitung» zur Aussage hinreissen, europäische Trainer neigten zum Kuschelkurs mit den Spielern. Und CEO Marc Lüthi kritisierte den Finnen indirekt, indem er vergangene Woche sagte, das Unheil habe wohl schon vor zwei Jahren begonnen. Damals hatte er selber Törmänen als Nachfolger von Larry Huras eingesetzt. Aber die Bosse scheinen vergessen zu haben, dass Törmänen das Team zweimal in den Final geführt hat. Einmal wurde er Meister, einmal fehlten 2,5 Sekunden. Davon ist Boucher noch weit entfernt.

Derzeit liegt der SCB wieder einen Punkt hinter Lausanne. Verpassen die Berner tatsächlich erstmals die Playoffs, wird den Spielern 15 Prozent des Jahreslohnes abgezogen (bei einem Rang von 5 bis 8 sind es 5 Prozent). Zudem würde dem Meister der Spott der Gegner sicher sein. «Das Gespött wäre mir egal», hält Lüthi fest, sagt aber unmissverständlich, dass er kotzen würde.

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