Aktualisiert 04.03.2011 14:12

Vermisste ZwillingeEin neuer Zeuge und hoffen auf das Diktiergerät

Im Fall der verschwundenen Zwillinge gehen die Ermittler Hinweisen aus drei Ländern nach. Die Blutspur auf Korsika wird derzeit ausgewertet, das Diktiergerät könnte neue Hinweise geben.

von
meg

Die Suche nach Alessia und Livia geht unvermindert weiter. Sämtliche Spuren werden derzeit geprüft und ausgewertet, egal ob aus der Schweiz, Italien oder Korsika. Das Ganze sei ein Rätsel, sagte der Marseiller Staatsanwalt Jacques Dellest am Mittwoch in Marseille nach einem Treffen zwischen den Ermittlern aus Frankreich, Italien und der Schweiz.

Eine Spur allerdings liess in den letzten Tagen aufhorchen: Die gefundene Blutspur auf Korsika. Auf die Insel setzte sich der Vater nach dem Verschwinden der Zwillinge ab. Zeugen wollen in der fraglichen Zeit auch die Mädchen auf Korsika gesehen haben. Doch über die Blutspur gab es am Mittwoch in Marseille keine Neuigkeiten. Die Resultate der Untersuchungen sind weiter ausstehend, sagte Dellest.

Sicher sei einzig, dass der Vater von Livia und Alessia im Süden Italiens vor seinem Suizid einen Brief an die Mutter geschickt habe, in dem stand, dass die beiden Mädchen tot seien, sagte Dallest. Was dieser Brief zu bedeuten habe, müsse jedoch erst noch geklärt werden.

«Alle Möglichkeiten in Betracht ziehen»

Der Waadtländer Staatsanwalt Pascal Gilliérion betätigte seinerseits, dass die Ermittler immer noch auf der Suche nach dem Diktiergerät des Vaters sind, welches dieser immer dabei hatte. Das Gerät könnte eine Botschaft enthalten, die Aufschluss über das Schicksal der beiden Mädchen geben könnte.

Gilliéron betonte, dass die Ermittler nichts ausschliessen würden. «Wir müssen alle Möglichkeiten in Betracht ziehen.» Weder, dass die Zwillinge die Schweiz gar nie verlassen hätten, noch dass der Vater eine Komplizin aus der Gegend von Lyon gehabt haben könnte, wie die Mutter der Zwillinge gegenüber 20 Minuten Online vermutete.

Man ermittle weiter in diese Richtung, sagte er und verwies auf das Mobiltelefon des Vaters, das am Tag der Entführung, am 30. Januar, am Flughafen von Lyon hatte geortet werden können.

Irrfahrt des Vaters gibt weiter Rätsel auf

Die Ermittler versuchen inzwischen weiterhin, die Irrfahrt des 43- Jährigen Vaters zu rekonstruieren. Dieser war am 30. Januar zusammen mit seinen beiden Töchtern von seinem Wohnort St-Sulpice in Richtung Marseille losgefahren. Die Spur der Mädchen verliert sich auf der Fähre von Marseille nach Korsika in der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar.

Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa ist jedoch ein neuer Zeuge aufgetaucht, der einen Mann mit zwei blonden Mädchen im Hafen von Propriano (Korsika) gesehen haben will. Während er die Kinder identifizieren konnte, war er sich beim Vater nicht sicher. Zudem will der Mann einen schwarzen Audi mit Schweizer Kennzeichen gesehen haben. Die Zeugenaussage wird zurzeit geprüft.

(meg/sda)

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