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Aktualisiert

Ein neues Buch sammelt Hoffnungszeichen in der Corona-Zeit

Während des Lockdowns hat der Pfarrer Andrea Marco Bianca täglich eine News-Schlagzeile mit einem passenden Bibelwort auf Facebook gepostet. Daraus ist nun ein Buch geworden, an dem 50 Persönlichkeiten aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Sport und Kultur mitgewirkt haben.

von
Gloria Karthan
7.12.2020

Im März, als der Bundesrat den Lockdown verkündete, überlegte sich Pfarrer Andrea Marco Bianca: Gibt es Bibelworte zu den verunsichernden und belastenden Schlagzeilen, die Hoffnung machen und entlasten könnten? Jeden Tag kombinierte er eine Schlagzeile aus einer Schweizer Tageszeitung mit einem passenden Bibelwort und postete das Ganze auf Facebook.

«Ich habe bewusst keine Bibelworte gesucht, die Gott allzu selbstverständlich ins Spiel bringen», sagt Bianca. Auf seine Posts hat der Pfarrer zahlreiche Reaktionen erhalten. Viele hätten ihn ermuntert, daraus ein Buch zu machen.

50 Persönlichkeiten teilen ihr Corona-Learning

«Die Auslegung der Bibel ist nicht nur Sache von Pfarrpersonen. Jeder und jede darf Bibelworte auch selber interpretieren», sagt Bianca. Deshalb hat er zusammen mit Katharina Hoby-Peter, Mitherausgeberin und Seelsorgerin in der Klinik Hirslanden, 50 Menschen kontaktiert und sie gebeten, zu einer Schlagzeile mit Bibelwort ihr persönliches Corona-Learning zu formulieren.

«Seien Sie solidarisch: Bleiben Sie Zuhause!» lautete die Schlagzeile des «Tages-Anzeiger» vom 21. März. Biancas passender Bibelspruch: «Lasst uns, solange wir noch Gelegenheit haben, allen Menschen Gutes tun.»

«Seien Sie solidarisch: Bleiben Sie Zuhause!» lautete die Schlagzeile des «Tages-Anzeiger» vom 21. März. Biancas passender Bibelspruch: «Lasst uns, solange wir noch Gelegenheit haben, allen Menschen Gutes tun.»

Patrizia Miraglia
«Lockdown soll rasch gelockert werden», schrieb die «Basler Zeitung ebenfalls im März. Bianca kombinierte dazu «Seid besonnen und wachsam».

«Lockdown soll rasch gelockert werden», schrieb die «Basler Zeitung ebenfalls im März. Bianca kombinierte dazu «Seid besonnen und wachsam».

Roland Stieger
Ende März war im «Tages-Anzeiger» zu lesen: «Risikopersonen sollen wieder arbeiten müssen.» Bianca wählte dazu: «Bei Nach und bei Tag wirst du dich fürchten und dich deines Lebens nicht sicher fühlen.»

Ende März war im «Tages-Anzeiger» zu lesen: «Risikopersonen sollen wieder arbeiten müssen.» Bianca wählte dazu: «Bei Nach und bei Tag wirst du dich fürchten und dich deines Lebens nicht sicher fühlen.»

Jacqueline Morf

Dabei sind Persönlichkeiten aus allen Bereichen der Gesellschaft: Etwa SP-Politikerin Jacqueline Badran, Kabarettist Beat Schlatter oder Schminkbar-Gründerin und Unternehmerin Bea Petri. Aber auch eine Pflegefachfrau einer Intensivstation, eine im Pflegeheim isolierte Frau oder eine überlebende Corona-Patientin kommen zu Wort. Die Kommentare sollen zeigen, wie eine Krise persönlich erlebt wird und wie sie bewältigt werden kann.

Bunte Kalligraphien stellen die Krise künstlerisch dar

Um das Buch zu illustrieren, haben die Herausgebenden Manuela Maurer, Co-Präsidentin der Schweizerischen Kalligraphischen Gesellschaft kontaktiert. Verschiedene Mitglieder der Gesellschaft haben daraufhin die Kombis von Schlagzeilen und Bibelworten künstlerisch dargestellt.

Die nun in «Hoffnungszeichen in Krisenzeiten» vorliegenden Kommentare und Kalligrafien sollen zeigen, was durch bewusste Reflexion und der Bereitschaft, das eigene Denken und Handeln zu überprüfen, an innerer Kraft und echter Hoffnung zu gewinnen ist. Und, wie Bianca im Buch schreibt, weit über die Bewältigung der aktuellen Krise hinaus.

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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