Kunst und Technik: Ein neues Leben dank Gesichtsprothese
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Kunst und TechnikEin neues Leben dank Gesichtsprothese

Eine Schussverletzung zwingt die Amerikanerin Chrissy Steltz dazu, ein Leben ohne vollständiges Gesicht zu führen. Prothesentechniker und Ärzte haben ihr jetzt zu einem neuen Antlitz verholfen.

von
rre

Quelle: youtube.com

Es ist das leichtsinnige Hantieren mit Schusswaffen, das für das Leben von Chrissy Steltz aus Milwaukie im US-Bundesstaat Wisconsin eine drastische Wende bedeutet. Im März 1999 feiert die damals 16-Jährige mit Freunden eine Party, der Alkohol fliesst in Strömen. Einer der Gäste findet unter dem Sofa eine gestohlene Schusswaffe und beginnt, wild damit herumzufuchteln. Ein Schuss löst sich und trifft Steltz mitten ins Gesicht. Die Teenagerin wird sofort ins Spital eingeliefert, notoperiert und fällt vorübergehend ins Koma. Sie wacht auf und kann nichts mehr sehen: Die Schusswunde hinterlässt ein grosses Loch in der oberen Hälfte ihres Gesichts – dort, wo ihre Augen, ihre Nase und ihre Wangen waren. Einige Splitter des Geschosses liessen sich bis heute nicht aus ihrem Gehirn entfernen.

Trotz ihres Schicksals fasst Chrissy Steltz neuen Mut: Sie verdeckt ihre Schusswunde mit einer grossen schwarzen Augenbinde und findet ins Leben zurück. Die tapfere junge Frau erlernt die Braille-Schrift und das Orientieren mit Hilfe eines Stocks für Sehbehinderte.

Sie absolviert ihren Highschool-Abschluss mit hervorragenden Zensuren. Während eines Kurses für Sehbehinderte lernt sie ihre grosse Liebe Geoffrey kennen. Auch er war im Alter von 16 Jahren erblindet. Die beiden heiraten, wenig später kommt ihr gemeinsamer Sohn zur Welt.

Heute ist Chrissy Steltz' ständige Begleiterin, die schwarze Schlafmaske, überflüssig geworden. Für sie wurde eine Prothese gefertigt, die die zerstörten Bestandteile ihres Gesichts gekonnt rekonstruieren. Die junge Mutter ist überglücklich. Dem TV-Sender «ABC» erzählt sie: «Jetzt werde ich endlich behandelt wie jeder andere.»

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