Aktualisiert

Ein neues Zentrum für Paul Klee

Mit der Eröffnung des Zentrums Paul Klee (ZPK) in Bern wird dem Publikum am kommenden Montag die weltweit grösste Klee-Sammlung zugänglich gemacht.

Die Verantwortlichen der an Bau und Betrieb Beteiligten würdigten die kulturelle Bedeutung und die bewegte Projektgeschichte des ZPK am Freitag vor den Medien.

Das ZPK verfügt mit etwas mehr als 4.000 Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen Klees über die weltweit bedeutendste Sammlung von Werken, Archivalien und biografischem Material, wie Andreas Marti, Direktor des ZPK sagte. Das Zentrum gehe aber in seiner inhaltlichen Ausrichtung und im Umfang seiner Aktivitäten über ein normales Museum hinaus. Beispielsweise berücksichtige das ZPK auch die grosse Begabung Klees als Musiker, Literat und Lehrer.

Entsprechend verfügt der 110 Millionen Franken teure Bau nebst rund 3.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche auch über einen Musiksaal für ein Hausensemble und Gastformationen sowie ein Kindermuseum. Das ZPK wolle wissenschaftlich sorgfältig arbeiten und gleichzeitig weitere Bevölkerungskreise ansprechen, als dies üblicherweise der Fall sei, so Marti.

Der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät würdigte das Zentrum als «kulturelles Wunder von Bern», das dank privater und öffentlicher Beteiligung nun wahr geworden sei. Die private Initiative wird durch die Familien Klee und Müller repräsentiert. Der Enkel Paul Klees, Alexander Klee, regte 1991 beim damaligen Direktor des Kunstmuseums Bern die Schaffung eines Paul Klee gewidmeten Museums an. Beschleunigt wurde das Projekt dann durch eine Schenkung von Livia Klee-Meyer, Witwe des einzigen Sohns von Paul Klee, an die Stadt und den Kanton Bern. Sie verband ihre Schenkung von rund 650 Gemälden mit der Auflage, bis Ende 2006 ein Klee-Museum zu errichten.

Den entscheidenden Anstoss für das Zentrum in seiner heutigen Form brachte schliesslich eine Schenkungsofferte des Chirurgen Maurice E. Müller und seiner Frau Martha Müller-Lüthi. Sie offerierten zwei Landparzellen und 30 Millionen Franken. Damit entschieden sie den Standort des ZPK am Ostrand Berns und bestimmten ausserdem den Architekten Renzo Piano und das Konzept als multidisziplinäres Kulturzentrum.

Alexander Klee sprach vor den Medien von seiner anfänglichen Zurückhaltung, die er später allerdings abgelegt habe. Er hatte sich ursprünglich einen Standort in der Nähe des Kunstmuseums gewünscht. Nach der Initiative der Familie Müller beteiligten sich auch der Kanton, die Stadt und die Burgergemeinde Berns sowie private Sponsoren.

Am kommenden Dienstag nun wird an der offiziellen Eröffnung der Betrieb der öffentlichen Stiftung Zentrum Paul Klee übertragen. Schon tags zuvor öffnet das ZPK für die Besucher. Bern werde damit um eine kulturelle aber auch eine touristische Attraktion reicher, sagte der Berner Regierungsrat Werner Luginbühl, Präsident der Stiftung. (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.