Jaguar Mk 2 2.4 : Ein Oldtimer, so sanftpfötig wie eine schnurrende Katze
Bruno von Rotz / www.zwischengas.com
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Jaguar Mk 2 2.4 Ein Oldtimer, so sanftpfötig wie eine schnurrende Katze

12 kg pro PS bieten heute selbst Kleinwagen. Aber reicht dieses Leistungsgewicht auch für eine grosse Limousine mit sportlicher Anmutung? Die 2,4-Liter-Version des Jaguar Mk 2 stand immer etwas im Schatten der 3,4- und 3,8-Liter-Versionen. Zurecht?

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Bruno von Rotz

Mitte der Fünfzigerjahre bestand das Serienwagen-Bauprogramm von Jaguar aus dem sportlichen XK 140 und der grossen Limousine Mark VII. Als die Firma aus Coventry im Vorfeld der London Motor Show den Jaguar 2,4 Litre präsentierte, war das Interesse gross, denn die viertürige Limousine bedeutete den Wiedereinstieg von Jaguar in die Klasse der mittelgrossen, sportlichen Wagen. Zu diesem Zeitpunkt hatten Vorserienfahrzeuge während 2,5 Jahren bereits eine halbe Million Testkilometer abgespult, ein Schnellschuss war dies definitiv nicht.

Ein Sprung nach vorne

Passend zum Namen des Herstellers wurde mit dem 2,4 Litre zum Sprung in die Moderne angesetzt. Erstmals war die Karosserie selbsttragend ausgelegt. Der Reihensechszylindermotor war aus den XK-Modellen bekannt, kam hier aber mit einem reduzierten Hubraum von 2483 ccm zum Einsatz und leistete ursprünglich 114 PS. Ein Vierganggetriebe war Standard, Overdrive gab es gegen Aufpreis.

Der Jaguar Mk 2 2,4 Litre von 1964 wirkt herrlich nostalgisch und überzeugt durch elegante Rundungen und schönen Chromteilen.

Der Jaguar Mk 2 2,4 Litre von 1964 wirkt herrlich nostalgisch und überzeugt durch elegante Rundungen und schönen Chromteilen.

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Mit 459 cm Länge war der Jaguar Mk 2 10 cm kürzer als ein moderner Skoda Octavia.

Mit 459 cm Länge war der Jaguar Mk 2 10 cm kürzer als ein moderner Skoda Octavia.

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Erst mit dem Mk 2 kam die grosse Panorama-Heckscheibe ab 1959.

Erst mit dem Mk 2 kam die grosse Panorama-Heckscheibe ab 1959.

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Elegante Formgestaltung

In der Linienführung glich der neue Jaguar dem MK VII, aber der Radstand war um 30,5 cm gekürzt worden, die Länge gar um 40 cm. Gleichzeitig wurde der Wagen mit einer Höhe von 146 cm deutlich flacher, was der viertürigen Limousine ein insgesamt sportliches Aussehen verlieh. Mit 459 cm Länge und 169,5 cm Breite war der Jaguar deutlich kompakter als ein moderner Skoda Octavia. Mit einem Radstand von 272,7 cm und einem relativ weit vorne montiertem Motor konnten aber für die fünf Insassen komfortable Platzverhältnisse sichergestellt werden.

Kritisiert wurden damals übrigens die nicht optimale Rundumsicht, die sich aus relativ dicken Pfosten der Windschutzscheibe und relativ schlankem Glaseinsatz ergab. Dies wurde mit dem Mark II ab 1959 korrigiert.

Zweitauflage 1959

Auf dem Pariser Autosalon wurde im Oktober 1959 der Jaguar Mark II präsentiert, eine aufgefrischte Version der bekannten 2,4- und 3,4-Litre-Modelle. Äusserlich erkannte man diese Zweitauflage sofort an den deutlich grösseren Glasflächen und den dünneren Fensterpfosten. Der Motor leistete nun 120 PS. Auch das Interieur und die Aufhängungen waren modifiziert worden.

Mehr ist nicht immer mehr

Wie können sich eigentlich magere 120 PS mit einem Fahrzeuggewicht von 1470 kg in Szene setzen? Besser als man denken würde. Bis Tempo 80 km/h fühlt man sich dem modernen Strassenverkehr auch in einem über 55-jährigen Jaguar Mk 2 2,4-Liter, der 1964 19’300 Franken kostete, gut gewachsen. Wenn man sich einmal an die Eigenheiten des Moss-Getriebes mit dem unsynchronisierten ersten Gang gewöhnt hat, kommt man mit der 4,8-Meter-Limousine gut zurecht. Das Interieur wirkt überaus elegant und verströmt dank viel Leder und Holz englische Clubatmosphäre. Die Platzverhältnisse sind gut, die Rundumsicht ist im modernen Vergleich hervorragend. Der Hightech-Sechszylinder hat keine Mühe, schon bei niedrigen Drehzahlen genug Leistung und Drehmoment freizusetzen, der Komfort überzeugt. Fast so sanft wie eine Katze rollt der Wagen über Unebenheiten hinweg, während die Scheibenbremsen jederzeit vertrauensbildend verzögern.

Natürlich ist ein Mk 2 2,4 Litre heute kein richtig schnelles Auto mehr, aber wer will mit einem derartigen Klassiker schon rasen oder ein Bergrennen bestreiten. Für gemütliches Touren jedenfalls reichen die 120 PS problemlos und man kann die Reize der eleganten Katze auch viel besser auskosten.

Mehr Informationen, viele Bilder und die damalige Verkaufsliteratur gibt es, ergänzt um ein Tonmuster, auf www.zwischengas.com.

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Deine Meinung

97 Kommentare
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Bleruim

18.01.2021, 00:25

Was man beim Verbrenner nicht vergessen darf, ist der enorme Energieaufwand bis der Treibstoff in deinem Tank ist. Wenn man nun diese Prozesse in die Co2 Bilanz miteinbezieht sieht es noch schlechter für den Verbrenner aus. z.B. fahren täglich hunderte Öltanker auf der ganzen Welt umher damit das Öl von A-Z kommt. Dabei stossen diese Tanker eine Unmenge von Co2 aus bevor du überhaupt nur einen Tropfen davon verbrennt hast.

Sünneli Power

18.01.2021, 00:21

Das Paradoxe ist ja, dass ein Verbrenner pro gefahrenem km mehr Strom benötigt als ein Elektroauto. Ungefähr doppelt so viel mit fossilem Treibstoff und etwa 8x so viel mit synthetischem Treibstoff. Oder was meinst du wie aus Erdöl schlussendlich Benzin oder Diesel entsteht? Zudem der wahnsinnig schlechte Wirkungsgrad, der dafür sorgt, dass 3/4 des Treibstoffes in Wärme statt Bewegung umgewandelt wird.

Exit from Paris

17.01.2021, 22:36

Ein Grüner ist in der Regel 45kg schwer,steht zu 94% rum und hat einen sitzen. Nebenbei produziert er viel warme luft,stinkt und lärmt. Die Welt braucht ein völlig neues Freiheitskonzept das die Klimalobby ,die Pariser Verträge,die Energiestrategie und der" Grün"-industrielle Komplex bislang erfolgreich bekämpft hat,damit ein paar Aktionäre und Gretas Papi reicher geworden sind,Sandalen meinen sie Hätten die Welt gerettet und ein neues Totalitäres ,Digital überwachtes Regime in Europa und CH geschaffen werden kann.