Aktualisiert

Wasserleiche im Hotel«Ein Ort, an dem Serienkiller absteigen»

Im Hotel Cecil in Los Angeles lag wochenlang eine Leiche im Wassertank. Die 21-jährige Kanadierin ist nicht die einzige Tote, die in dem Hotel gefunden wurde – das Haus hat eine blutige Vergangenheit.

von
aeg

Gäste des Hotels Cecil in Los Angeles hielten sich in diesen Tagen den Magen. Am 19. Februar fand ein Handwerker eine Leiche in einem der vier Wassertanks auf dem Dach des Hotels. Wochenlang duschten die Hotelgäste mit dem unappetitlichen Wasser, sie putzten sich damit die Zähne, tranken es.

Wie die Leiche der 21-jährigen Kanadierin in den Tank gelangte, ist noch nicht geklärt. Dass die Polizei aber auch einen Mord nicht ausschliesst, verwundert nicht. Denn das Hotel Cecil ist nicht irgendein Hotel – das Hotel Cecil hat eine wenig ruhmreiche Geschichte.

Selbstmörder-Haus

«Es ist der Ort, an dem Serienkiller absteigen», erzählt Touristenführer Richard Schave dem TV-Sender CNN. Schave organisiert Rundfahrten zu Kriminaltatorten in Los Angeles. Zum Hotel Cecil hat er einiges zu erzählen.

Die blutige Geschichte hat vor einigen Jahrzehnten begonnen. In den 1950er und 1960er Jahren hatte das Hotel den Ruf eines Selbstmörder-Hauses. Das geht auf die Fälle Helen Gurnee, Julia Moore und Pauline Otton zurück. Gurnee sprang am 22. Oktober 1954 aus dem siebten Stock des Hotels.

Tod einer Taubenfrau

Im Jahr 1962 sprang Moore einen Stock weiter oben. Die 59-Jährige liess ein Busticket, 59 Cents Bargeld und ein Sparheft mit 1800 Dollar Vermögen im Hotel zurück. Die 27-jährige Pauline Otton sprang am 12. Oktober 1962 aus dem neunten Stock des Hotel Cecil. Auf dem Trottoir traf sie einen Passanten und riss ihn mit in den Tod.

Nur zwei Jahre später wurde die Leiche einer weiteren Frau gefunden. Der Körper von Goldie Osgood, die auf einem nahe gelegenen Platz täglich Tauben gefüttert hatte, wurde von der Polizei erstochen, erwürgt und vergewaltigt aufgefunden. Das Verbrechen wurde nie geklärt.

Der blutige Höhepunkt

Seinen blutigen Höhepunkt erlebte das Hotel aber in den 80er und 90er Jahren. Schuld daran sind die Serienkiller Richard Ramirez und Jack Unterweger. Ramirez, bekannt unter dem Namen «Nightstalker», stieg 1985 im Hotel ab. Von dort aus führte er eine Mordserie fort, die für grosses Aufsehen sorgte. Insgesamt 14 Menschen tötete er in dem Jahr. Dabei ging er äusserst brutal vor, vergewaltigte und schändete seine Opfer. Im Hotel Cecil fand er das perfekte Versteck vor der Polizei.

Der Österreicher Jack Unterweger reiste Anfang der 90er Jahre als Journalist für ein österreichisches Magazin nach Los Angeles. Wohl als Hommage an Ramirez stieg er ebenfalls im Hotel Cecil ab. In seiner Zeit in Los Angeles tötete Unterweger drei Prostituierte.

Geschichte des Abstiegs

Die blutige Geschichte des Hotels ist eng verbunden mit dessen wirtschaftlichen Zerfall. Erbaut wurde das Cecil in den 1920er Jahren als Hotel für Wirtschaftsreisende. Grosse Konkurrenz und die Weltwirtschaftskrise in den 30er Jahren verwandelten es aber in eine Absteige für Randständige.

Das blieb es auch bis ins Jahr 2007, als neue Investoren zumindest einen Teil des Gebäudes sanierten. Das lockte auch Touristen an. Eine von ihnen war auch das jüngste Opfer im Wasserspeicher.

(Video: YouTube/TheMichelle201)

(Video. YouTube/InsaneMrBrain3)

Deine Meinung