«Occupy Paradeplatz»: Ein paar Hartnäckige harrten aus
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«Occupy Paradeplatz»Ein paar Hartnäckige harrten aus

Einige Aktivisten trotzten der Kälte und verbrachten auch diese Nacht auf dem Paradeplatz. In friedlicher Stimmung sassen sie zusammen und setzen den Protest fort. Die Polizei hielt sich zurück.

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bee/meg

Trotz der Aufforderung der Zürcher Stadtpolizei, den Paradeplatz bis um 20 Uhr zu räumen, haben ein paar Aktivisten der «Occupy Paradeplatz»-Bewegung entschieden, auch diese Nacht vor Ort auszuharren. Noch einmal wollten sie der Kälte trotzen und die Nacht im Schlafsack und Zelt verbringen.

Wie die «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens berichtete, hat die Polizei den Besetzern ein neues Ultimatum gestellt: Bis am Montagmorgen muss der Paradeplatz geräumt sein. Gegen 23 Uhr waren noch ca. 40 Personen auf dem Paradeplatz anwesend, bestätigt die Stadtpolizei Zürich gegenüber 20 Minuten Online. Die Stimmung war gemäss Augenzeugen friedlich, die Demonstranten sitzen zusammen und tauschen sich aus. Die Polizei hielt sich zurück.

Räumungs-Entschluss bedauert

Zuvor hatten verschiedene Vertreter der Bewegung signalisiert, einer Räumung friedlich nachzukommen. In einer am Sonntagabend verschickten Mail an die Medien bedauerten die Aktivisten allerdings den Räumungs-Entschluss der Polizei. Sie hatten angekündigt, dass sie den Paradeplatz erst dann friedlich verlassen würden, wenn eine gerichtliche Verfügung vorliegt. Als Urheber der Mail bekennt sich die «Occupy Bewegung». Wer dahinter steckt, geht aus der Mail nicht hervor.

«Occupy» am Paradeplatz

Schon auf der Nacht zum Sonntag hatten rund 40 Besetzer bei eisiger Kälte auf dem Paradeplatz mitten im Zürcher Finanzviertel übernachtet. Die Aktivisten feierten friedlich bis in die Morgenstunden und wollen ihre Proteste vorerst nicht abbrechen. Auch in Basel harrten einige wenige vor der Bank für internationalen Zahlungsausgleich aus.

Occupy Paradeplatz

«Der Kaffee hält uns warm»

Die Demonstranten in Zürich bauten ein Dutzend Zelte sowie ein grosses Gemeinschaftszelt auf, sagte Aktivist Laurent Moeri am Sonntagmorgen auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. «Einige biwakierten sogar unter freiem Himmel.» Bis am frühen Morgen sei Musik gehört und getanzt worden. Gemäss Moeri blieb die Stimmung friedlich. Die Kälte und Nässe mache den Besetzern nichts aus. Immer wieder brächten Privatpersonen Esswaren oder Getränke vorbei. «Der Kaffee hält uns warm.»

Die Demonstranten hatten am späten Samstagnachmittag an einer Vollversammlung beschlossen, den Paradeplatz vorerst nicht von sich aus zu räumen. Die Besetzung soll auch nächste Woche andauern. Fordere die Polizei die Aktivisten auf zu gehen, wolle man auf den Lindenhof umziehen, sagte Moeri.

Über 1000 Personen besetzten Platz

Am Samstag hatten insgesamt gegen 1000 Personen einen der zentralsten Plätze Zürichs besetzt. Unter dem Motto «Rettet Menschen, nicht Banken», demonstrierten sie mit einer farbenfrohen Kundgebung gegen die Grossbanken UBS und Credit Suisse und das Politsystem.

Zur Aktion «Occupy Paradeplatz» hatten unter anderen die Juso und die jungen Grünen aufgerufen. An der Veranstaltung nahmen auch Vertreter der umstrittenen Gruppierung «We are change» und von «Echte Demokratie jetzt» teil. (bee/meg/sda)

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