Aktualisiert 06.03.2012 11:36

165-Jahre-Jubiläum

Ein Panther fliegt für Cartier um die Welt

4 Millionen Euro investierte Cartier in den neuen Werbefilm «L'Odyssée». Darin ist ein Panther im Schnee zu sehen; eine Weltpremiere – und eine Knacknuss für die Filmcrew.

von
Yolanda Di Mambro

«L'Odyssée de Cartier» wird als einer der teuersten und aufwendigsten Werbespots aller Zeiten in die Geschichte eingehen: 4 Millionen Euro, 60 Personen und 2 Jahre Arbeit brauchte es für die Fertigstellung des exklusiven Films, mit welchem auf der ganzen Welt das 165-jährige Jubiläum von Cartier gefeiert werden soll.

Im Grand Palais in Paris wird ein Panther aus Diamanten zum Leben erweckt. Er springt durch die Glaskuppel, die in tausend Splitter zerbricht. Dank der neu gewonnenen Freiheit durchstreift er die Welt: das mondäne Paris, das verschneite St. Petersburg der Zaren, die imposante Chinesische Mauer, wo er auf einen himmlischen Drachen stösst, und das märchenhafte Indien der einflussreichen Maharadschas. Mit dem legendären Motorflieger Nr. 14 von Alberto Santos-Dumont lässt er sich eines Tages wieder zurück nach Paris fliegen. Auf der Place Vendôme, dem Sitz der teuersten Juweliergeschäfte, schleicht er sich in eine herrschaftliche Villa und trifft auf eine wunderschöne, in Rot gekleidete Aristokratin (Shalom Harlow), die ihn streichelt, während ihr mit Diamanten besetzter Panther-Armreif im Licht funkelt.

«Wir wussten nicht, wie der Panther auf Schnee reagiert»

«Cartier wollte ein grosses Spektakel inszenieren. Das hat mich am Projekt gereizt», erklärt Regisseur Bruno Aveillan im Making-of zum Film. Für die Filmaufnahmen reiste die Crew nach Paris, Cervinia (Italien), Antwerpen (Belgien), Tschechien und in die Wüste von Aragón (Spanien). «Die technischen Anforderungen waren sehr hoch, da wir viele Special Effects im Film haben», sagt Aveillan. Auch gab es viele offene Fragen, auf die er zu Beginn der Dreharbeiten keine Antworten hatte. «Uns war klar, dass wir den ganzen Film mit einem richtigen Panther drehen mussten, um eine Magie zu vermitteln. Die drei Panther, die eingesetzt wurden, hatten aber noch nie Schnee gesehen. Wir wussten also nicht, wie sie am Drehtag darauf reagieren würden.»

Der Panther stand auch für Pierre Adenot, der die Filmmusik komponierte, im Mittelpunkt. «In der Musik wollte ich eine Sinnlichkeit vermitteln, die für den Panther und seine Bewegungen steht», sagt der Dirigent. Mit einem Orchester aus 84 Musikern nahm er die Filmmusik in den legendären Abbey-Road-Studios in London auf, wo schon viele der weltweit erfolgreichsten Film-Soundtracks und auch Platten der Beatles aufgenommen worden sind. Im Chor sangen 60 Frauen und Kinder.

Der Juwelier der Könige und seine Bewunderung für die elegante, unabhängige Frau

Seit den Dreissigerjahren ist der Panther das Markenzeichen von Cartier. Er symbolisiert die elegante, intelligente und unabhängige Frau. Im Werbefilm, der dreieinhalb Minuten dauert, durchstreift er mehrere Kontinente, Länder und Städte, welche die 165-jährige Geschichte von Cartier geprägt haben.

Der Pioniergeist der Familie Cartier wird gegen Ende des Films thematisiert, als der Panther in einem Luftschiff zurück nach Paris fliegt - und zwar im Beisein des legendären brasilianischen Flugpioniers Alberto-Santos Dumont. 1904 revolutionierte Louis Cartier die Uhrmacherei mit einer der ersten Armbanduhren: der Santos-Uhr. Mit ihr konnte Santos-Dumont während eines Fluges die Uhrzeit ablesen, ohne die Hände vom Steuer seines Fluggerätes zu nehmen. Mit dieser Innovation wurde Cartier zum Hoflieferanten der einflussreichsten Königshäuser Europas. Fortan war Cartier auf der ganzen Welt als «Juwelier der Könige und König der Juweliere» bekannt.

Werbefilm «L'Odyssée de Cartier» (Video: YouTube, Cartier)

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