Versteigerung: Ein Paradies für Sammler und Schnäppchenjäger

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VersteigerungEin Paradies für Sammler und Schnäppchenjäger

Uhren, Schmuck und Gemälde: Bei der Auktion im Gantlokal in Luzern kommen Antiquitätenhändler und Sammler voll auf ihre Kosten. Rund 500 Gegenstände kommen unter den Hammer.

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pz

«50 Franken zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten und verkauft an die Dame»: Nico Barth, Leiter des Städtischen Gantlokals, ist am Donnerstag und Freitag im Dauereinsatz. Soeben hat eine Luzernerin eine Uhr mit silbernem Armband ersteigert – insgesamt rund 500 Artikel werden feilgeboten. Ein Gegenstand nach dem anderen wird vor rund 25 anwesenden Personen zum Kauf angeboten. Die Interessenten heben rege ihre Hand und hoffen auf ein einmaliges Schnäppchen.

Die Gegenstände kamen aus Betreibungen, vom Konkursamt und dem Fundbüro zusammen. Doch auch Objekte von Privatpersonen werden angenommen. «Wir nehmen aber nicht alles an, weil wir kein Trödelmarkt sind», sagt Barth. Man gehe nicht auf die Leute zu und frage, ob sie Gegenstände zu versteigern hätten. Wenn jedoch ein privater Interessent Objekte einliefern möchte, die zu versteigern sich lohnt, sei man nicht abgeneigt.

Rollator für 1 Franken

Die Versteigerung ist für Schnäppchenjäger hochinteressant. Bei zwangsrechtlichen Gegenständen beginnen die Preise schon ab einem Franken. Ausgenommen sind Dinge, welche einen Metall- oder Goldwert aufweisen wie etwa Uhren oder Schmuck. Gegenstände, die nicht verkauft werden – meist sehr günstige Objekte – werden gelagert und dann bei der nächsten Versteigerung wieder dem Publikum angeboten, wenn sich ein erneuter Versuch lohnt.

Die Auktion findet durchschnittlich 2- bis 4-mal pro Jahr statt, so Barth. Zu den teuersten Objekten gehört diesmal eine 52 Gramm schwere und mit 14 Karat vergoldete Uhr. Diese wird am Freitag für rund 1000 Franken zu ersteigern sein. Auch ein Gemälde von Simone Erni – der Tochter des verstorbenen Künstlers Hans Erni – ist unter den Objekten. «Das ist sehr speziell. Wir haben selten Gemälde von bekannten Künstlern», sagt Barth. Doch nicht nur wertvolle Stücke sind zu erwerben: Eine ältere Dame etwa ersteht auf der Auktion einen Rollator für einen Franken – ein wahres Schnäppchen.

Auf Ricardo zum Verkauf anbieten

In der Händlerszene kenne man sich – das Gantlokal habe viele Stammgäste, weiss Barth. Darunter gebe es viele Händler, die Möbel und Schmuck auf dem Markt weiterverkaufen. Ein Antiquitätenhändler aus Emmenbrücke etwa ersteigerte eine alte Kommode für 300 Franken. «Dieses Objekt werde ich noch heute Abend auf Ricardo stellen», erklärt er stolz. Er sei ein eingefleischter Sammler. Seit fünf Jahren habe er über 15'000 Raritäten, Antiquitäten und Kuriositäten gekauft und wieder verkauft.

Nicht alle Besucher verdienen jedoch ihr Geld mit den ersteigerten Waren: «Ich bin ein leidenschaftlicher Sammler», sagt ein Mann aus Luzern. Er sei bei mehrere Mal pro Jahr an Versteigerungen dabei. «Meine Leidenschaft zu antiken Sammlerstücken ist seit Jahren ungebrochen», sagt er. Ein anderer Besucher ist das erste Mal dabei. «Ich kam schlicht aus Neugier. Ersteigert habe ich nichts, aber ich werde bestimmt wieder einmal an einer Auktion teilnehmen.»

Für Schnäppchenjäger, welche am Donnerstag die Versteigerung verpasst haben, gibt es trotzdem noch Hoffnung auf ein Topangebot: Am Freitag wird die Auktion im Gantlokal fortgesetzt.

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