Gebühren-Horror: Ein Parkplatz für 1250 Franken pro Monat
Aktualisiert

Gebühren-HorrorEin Parkplatz für 1250 Franken pro Monat

Das Parkhaus Opéra in Zürich öffnet seine Rampen für 299 Parkierende - noch. Falls nötig, können 50 dieser Parkplätze dauerhaft vermietet werden. Für den Preis einer Kleinwohnung.

von
Daria Wild
Teures Pflaster: Das neue Parkhaus Opéra am Zürcher Bellevue.

Teures Pflaster: Das neue Parkhaus Opéra am Zürcher Bellevue.

Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit und 35 Millionen investierten Franken wird das Parkhaus Opéra am Zürcher Bellevue eröffnet. Die exklusive Lage schlägt sich in den Preisen nieder: Mit vier Franken pro Stunde liegt ein Platz fürs Automobil im Opéra im oberen Preissegment. Überraschender jedoch ist ein Betrag, der bereits im Vorfeld der Eröffnung bekannt geworden ist: Ein Dauerparkplatz kostet 1250 Franken - pro Monat.

Dieses Mietangebot besteht als Ausweichmöglichkeit für Bauherren, die auf ihrem Gelände keine Parkplätze bauen können. «Wenn Besucher- oder Ersatzparkplätze für Liegenschaften in der Nähe benötigt werden, können im Opéra Dauerparkplätze gemietet werden», sagt Vincent Albers von der Hardturm AG. Das Immobilienunternehmen ist zusammen mit der Amag AG für den Bau und Betrieb des Parkhauses verantwortlich. Stefan Hackh vom Tiefbauamt der Stadt Zürich bestätigt Albers Aussage: «Die Stadt kann gemäss einer gesetzlichen Richtlinie von Bauherren verlangen, dass sie Parkplätze bereitstellen müssen.» Wenn es auf der betroffenen Liegenschaft zu wenig Platz gibt, muss der Bauherr Parkplätze extern dazu mieten können. Für diesen Fall haben die Betreiber des Opéra 50 teure Dauerparkplätze eingeplant.

Über die Ausfahrtsrampe zum Privatparkplatz

12 Quadratmeter Betonfläche zum Preis einer 2-Zimmer-Wohnung? «Die Bewirtschaftungskosten dieser Parkplätze sind extrem hoch», rechtfertigt Albers den Preis. Ein Dauerparkplatz kann nur vom jeweiligen Mieter benutzt werden, egal, wie oft dieser unter der Oper parkiert. Ein Kurzzeitparkplatz kann deshalb unter Umständen für die Betreiber lukrativer sein. Immerhin: Die exklusiven Plätze befinden sich in einem separaten Bereich und sind rund um die Uhr für die Mieter zugänglich. «Entsteht bei der Einfahrt ein Stau, muss die Ausfahrtsrampe kurzfristig gesperrt werden können, um einen Dauermieter reinzulassen», so Albers. Ausserdem ist das Parkhaus 24 Stunden pro Tag bewacht «und die Dauermieter geniessen den Ausblick auf eines der Archäologiefenster», fügt der Investor scherzend hinzu.

Markus Gamper, Sprecher der Amag AG betont allerdings, dass das Opéra ein Parkhaus mit Normalbetrieb ist. Zur Zeit kann auf allen 299 Plätzen parkiert werden. «Dauerparkplätze, die von Privatpersonen monatsweise gemietet werden können, gibt es nicht», erklärt Gamper. «Wir haben diese Option in Erwägung gezogen, uns dann aber dagegen entschieden.» Ob Privatpersonen das Angebot für 1250 Franken überhaupt genutzt hätten, bleibt trotz allerbester Lage fraglich.

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