29.07.2020 08:14

Corona auf Kreuzfahrtschiff

Ein Passagier steckte auf der «Diamond Princess» 700 weitere an

Das Kreuzfahrtschiff «Diamond Princess» wurde zu einem Symbol der Corona-Krise. Mehr als 700 Personen steckten sich auf dem Kreuzer mit dem Virus an. Wie es nun heisst, wurden alle von einer Person infiziert.

von
Sven Forster
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Alle Infektionen auf der «Diamond Princes»s sollen auf eine Person zurückgehen.

Alle Infektionen auf der «Diamond Princes»s sollen auf eine Person zurückgehen.

KEYSTONE
Eine genetische Analyse zeige, dass alle Coronaviren dieselbe Mutation aufwiesen, berichtete ein Team des japanischen Instituts für Infektionskrankheiten in der US-Fachzeitschrift PNAS.

Eine genetische Analyse zeige, dass alle Coronaviren dieselbe Mutation aufwiesen, berichtete ein Team des japanischen Instituts für Infektionskrankheiten in der US-Fachzeitschrift PNAS.

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Insgesamt haben die Forscher Proben von 148 Passagieren und Besatzungsmitgliedern entnommen.

Insgesamt haben die Forscher Proben von 148 Passagieren und Besatzungsmitgliedern entnommen.

KEYSTONE

Darum gehts

  • Die Corona-Infektionen auf der Diamond Princess gingen wohl auf eine Person zurück.
  • Dies zeigt eine neue japanische Studie.
  • 10 Personen kamen ums Leben.

Die mehr als 700 Coronavirus-Infektionen auf dem Kreuzfahrtschiff «Diamond Princess» gehen einer Studie zufolge höchstwahrscheinlich auf einen einzigen Passagier zurück. Eine genetische Analyse zeige, dass alle Coronaviren dieselbe Mutation aufwiesen, berichtete ein Team des japanischen Instituts für Infektionskrankheiten in der US-Fachzeitschrift PNAS.

Insgesamt haben die Forscher Proben von 148 Passagieren und Besatzungsmitgliedern entnommen. Gemäss den Wissenschaftlern haben sich die Personen wahrscheinlich bei grossen Versammlungen in den Gemeinschaftsräumen angesteckt. Dort haben die Passagiere gesungen, getanzt oder Shows besucht.

13 Todesfälle und 712 Infizierte

Eigentlich hätte die Kreuzfahrt nur 14 Tage dauern sollen – für viele Passagiere wurde es ein fast einmonatiger Horrortrip. Als die Diamond Princess am 20. Januar mit 2666 Gästen und 1045 Crew-Mitgliedern im japanischen Yokohama ablegte, hatte keiner mit einer wochenlangen Quarantäne gerechnet. Das neuartige Coronavirus galt damals noch weitgehend als regionales Problem der chinesischen Wuhan-Region. Am 4. Februar kam die Schocknachricht: Die Seuche ist an Bord, zehn Reisende wurden bereits positiv getestet.

«Das Schiff wird mindestens 14 Tage in Quarantäne bleiben», erklärte der zum US-Tourismus-Riesen Carnival gehörende Kreuzfahrtveranstalter Princess Cruise. Erst am 2. März verliess der Captain als letzte Person das Schiff. Laut WHO wurden bis zum 14. April rund 13 Todesfälle und 712 Infizierte gemeldet. Die «Diamond Princess» wurde zum ersten Corona-Hotspot ausserhalb Chinas.

Kreuzfahrt-Branche

Die Corona-Pandemie hat die Schiffs-Konzerne gleich in mehrerer Hinsicht hart getroffen. Durch die weltweiten Lockdown-Massnahmen zur Eindämmung des Virus kam das Geschäft komplett zum Erliegen, dadurch stehen hohen Fixkosten plötzlich so gut wie keine Einnahmen mehr gegenüber. Doch die Probleme gehen darüber hinaus. Die Virusausbrüche an Bord der Diamond Princess und anderer Schiffe, wie der MS Westerdam, die auf der Suche nach Anlegemöglichkeiten wochenlang auf hoher See herumirrte, kratzen am Image der ohnehin umstrittenen Branche.

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168 Kommentare
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Realist

30.07.2020, 11:10

hoffen wir, das diese leute, die mit grippenvergleich kommen bald angesteckt sind, damit sie sehen, dass es nicht so ist..

NZ Girl

30.07.2020, 11:07

Einer hat 700 Personen angesteckt. Was ist mit diesen Leuten die nicht auf dem Schiff waren und angesteckt wurden? Dieses Schiff war eines der letzten welches in Neuseeland an Land gehen durften. Der sogenannte Cluster in Napier war auf dieses Schiff zurück zu führen. Persönlcih habe ich Passagiere von diesem Schiff bedient. Nach meiner Meinung hätte im Februar kein sinIgea Kreuzfahrtschiff mehr in den Gewässern sein sollen, die Ansteckungsgsfahr auf diesen Schiffen ist einfach zu hoch.

Juck

30.07.2020, 10:07

Habe keine Angst vor dieser Grippe.