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Amerikaner schildern Polizeigewalt«Ein Polizist schoss ihm direkt ins Gesicht»

Unruhen in den USA sorgen für den Einsatz von Tränengas und Gummischrot. Auf Social Media kritisieren Nutzer unnötige Polizeigewalt und zeigen Beispiele.

von
Thomas Mathis
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Das Polizeiaufgebot bei den Unruhen in den Vereinigten Staaten ist gross, wie etwa in New York.

Das Polizeiaufgebot bei den Unruhen in den Vereinigten Staaten ist gross, wie etwa in New York.

KEYSTONE
Die Polizei setzt Tränengas und Gummischrot ein.

Die Polizei setzt Tränengas und Gummischrot ein.

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Es werden auch immer wieder Demonstranten festgenommen.

Es werden auch immer wieder Demonstranten festgenommen.

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Amerika ist nach dem Tod von George Floyd im Ausnahmezustand. Es kommt zu heftigen Protesten. Deswegen gelten in mehreren Städten strenge Ausgangssperren. Bei den Protesten setzt die Polizei auch immer wieder Gummischrot ein. Auf Social Media berichten Betroffene über die Folgen davon. Sie schreiben von schweren Verletzungen am Kopf und einem nicht ansprechbaren Opfer auf der Intensivstation. Diese Polizeigewalt macht viele wütend.

Twitter-Nutzerin KimmyKayRN etwa schreibt, dass die Cousine ihrer Arbeitskollegin in San Diego an Protesten teilnahm. «Sie wurde zwischen den Augen von einer Gummikugel getroffen.» Seither sei sie nicht ansprechbar und auf der Intensivstation.

«Es war grausam, es war herzlos», schreibt eine Frau in einem Facebook-Post und zeigt Bilder von ihrem verletzten Begleiter Sean. «Ein Polizist richtete seine Gummischrot-Waffe auf Sean und schoss ihm direkt ins Gesicht.» Das sei an einem Ort passiert, der von der Polizei als sicher bezeichnet worden sei. Und sei geschehen, als Sean ihr – sie war verletzt – habe helfen wollen.

Facebook

«Diesem Mann wurde bei Protesten mit Gummischrot in den Kopf geschossen», heisst es auf einem anderen Twitter-Account.

Twitter

Journalisten sind ebenfalls unter den Opfer, wie auch ein Bericht von SRF zeigt. Ein Schweizer TV-Team wurde in Minneapolis mit Gummischrot attackiert. Ähnliches berichtet auch Chris Serres, ein Reporter von «Star Tribune»: «Ich wurde von der Polizei mit vorgehaltener Waffe zweimal angewiesen, den Boden zu berühren. Sie warnten mich, dass sie schiessen würden, wenn ich mich einen Zentimeter bewege. Das passierte nach Tränengas und Treffern mit Gummischrot-Kugeln in der Leistengegend.»

Auch ein Aufruf kursiert, mit dem ein Polizist gesucht wird: «Dieses Monster schoss mit Gummischrot einem friedlichen Demonstranten auf den Hinterkopf», heisst es im Tweet.

«Polizeigewalt braucht ein Ende», schreibt ein Nutzer auf Twitter. Er veröffentlichte nach eigenen Angaben ein Video, wie die Polizei eine Frau tasert.

Twitter

«Ich war 14 Stunden im Gefängnis, weil ich nach der Ausgangssperre draussen war. Und ich war gar nicht protestieren», meldet Bekah Topaz auf Twitter. Sie habe sich nur Tampons besorgen wollen und habe nichts von der Ausgangssperre gewusst.

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