Restaurant-Ruine Walensee«Ein Privater hat keine Chance mit diesem Haus»
Das ehemalige Restaurant Walensee ist ein Geisterhaus. Bisher scheiterten alle Umbaupläne. «Das war absehbar», sagt ein Architekt. Kauft der Bund das Gebäude zurück?
- von
- nab
Käufer Heinz Peter Moravciks habe lange für das Projekt zur Umnutzung der ehemaligen Raststätte gespart, sagt Mirko Kapor (47), der Architekt, der zuständig für das Vorprojekt war. «Es war sein Lebenstraum.» Nun sei das Geld weg und das Gebäude gammle immer noch vor sich hin. «Es tut mir extrem leid für ihn.» Doch bereits nach der ersten Bestandesaufnahme habe sich herauskristallisiert, dass die Umsetzung des Projektes sehr schwer werde.
«Privatisierung war ein Fehler»
2014 kaufte die Firma Restwal aus Obstalden die ehemalige Raststätte Walensee und plante daraus unter der Leitung des Österreichers Moravciks ein Wohn- und Gewerbehaus. Doch daraus wurde bis heute nichts.
Das wundert Kapor überhaupt nicht. «Die Liegenschaft verursachte vor allem Probleme.» Eines davon war die Zufahrtsstrasse. Denn während das Grundstück von Staats- in Privatbesitz überging, blieb die Strasse zur Raststätte beim Bund. «Die Privatisierung des Grundstücks war ein grosser Fehler», so der Architekt. Eine Privatperson habe überhaupt keine Chance. Denn ein Zugang von einer Bundesstrasse zu einem Privatgrundstück sei fast unmöglich. Die einzige Lösung wäre also der Bau einer zusätzlichen Strasse gewesen. Doch: «Die Kosten wären sehr hoch gewesen. Und Platz hatten wir auch keinen.»
Sehr viel investiert
Auch der bergseitige Hang entpuppte sich als unüberwindbare Hürde, erinnert sich der Architekt. «Schon vor Jahren wurde dieser als gefährlich eingestuft. Jährlich kommen zig Kubikmeter Geröll herunter.» Und auch die Ein- und Ausfahrt entspreche nicht mehr den neuen verkehrsgesetzlichen Bestimmungen. «Die Strasse ist zu eng, zu gefährlich und zu kurz.» Das Tempo müsste dort mindestens auf 50 Kilometer pro Stunde angepasst werden. «Das würde einen enormen Stau verursachen.»
Das Bundesamt für Strassen (Astra) habe Moravciks darauf angeboten, die Raststätte zurückzunehmen. «Das Angebot war fair und kulant, aber er wollte nicht», so Kapor. Das sei irgendwie aber auch verständlich: Er habe, ohne überhaupt mit dem Bau zu beginnen, über 1,2 Millionen Franken investiert: «Aus Dringlichkeitsgründen musste zum Beispiel der Keller, der eher einer Pool-Indoor-Anlage ähnelte, trockengelegt und das triefende Flachdach saniert werden.»
Beim Astra wollte man keine Stellung nehmen.


