Bern: Ein Quartier macht gegen Imbiss-Schliessung mobil

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BernEin Quartier macht gegen Imbiss-Schliessung mobil

Weil der Kebab-Geschmack die Bewohner eines Hauses in der Lorraine stören könnte, muss Dogus Kürekci seinen Imbiss schliessen. Nun wurde im Quartier eine Petition gestartet.

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Nora Camenisch/Katrin Freiburghaus
Schon bald vor geschlossenen Türen: Dogus Kürekci.

Schon bald vor geschlossenen Türen: Dogus Kürekci.

20 Minuten/kaf

Das Gedränge in der Pizzeria Nordring in der Berner Lorraine ist jeden Mittag gross. Gewerbeschüler, Angestellte und Quartierbewohner strömen jeweils den Laden. Doch damit soll Ende Jahr Schluss sein. Der Mietvertrag für Familie Kürekci wird nämlich nicht mehr verlängert. Das Lokal soll künftig wieder seiner ursprünglichen Zweckbestimmung zugeführt werden – früher befand sich dort eine Bäckerei. Dies sagte die Vermieterin gegenüber der «Berner Zeitung». Sie erklärte auch, dass sich andere Mieter über den Geruch beschwert hätten.

Auch sonst tut sich im Haus einiges: Die Wohnungen oberhalb der Pizzeria wurden saniert, die WGs wurden aufgelöst. Eigentlich hätte die Pizzeria bereits Ende 2014 geräumt werden müssen. Doch den Kürekcis wurde gestattet, zwei Jahre länger zu bleiben.

Aufschub für Kürekcis

Im Quartier regen sich aber nicht alle über den Geruch auf, es gibt auch zahlreiche Supporter des Imbisses. Eine Petition, die seit Mittwochmorgen im Umlauf ist, soll dafür sorgen, dass die Pizzeria Nordring noch bleiben kann, bis ein neues Lokal gefunden wurde. «Wir geben alles, damit wir hier bleiben können», sagt Geschäftsführer Dogus Kürekci gegenüber 20 Minuten. «Wir sind auch bereit, in die Lüftung zu investieren um die Geruchsemission zu senken. Auch sonst sind wir immer offen für ein Gespräch und eine Lösung.»

Kürekci hofft nun, dass der Vermieter ihm durch die Petition noch mehr Zeit gewährt. «Wir haben ganz klein angefangen und in zehn Jahren viel aufgebaut.» Es sei schwierig, im Quartier etwas Neues zu finden. Das brauche Zeit. Deshalb habe er den Quartierverein um Hilfe gebeten, um zu schauen, was man noch machen können, um zu bleiben.

Mit viel Liebe und Herzblut

Der Verein Läbigi Lorraine unterstützt das Vorhaben: «Die Familie hat sich mit viel Liebe und Herzblut im Quartier niedergelassen. So ein Familienunternehmen tut dem Quartier gut», sagt Catherine Weber. Man hoffe, die Petition bewege den Vermieter dazu, mit ihnen zu sprechen.

Die Verwaltung wollte gegenüber 20 Minuten keine Stellung zum Fall nehmen.

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