Die Schweizer in der Serie A: Ein Quintett mit verschiedenen Perspektiven
Aktualisiert

Die Schweizer in der Serie AEin Quintett mit verschiedenen Perspektiven

Fünf Schweizer steigen in die neue Saison der Serie A. Das Quintett stand bereits im Vorjahr bei den gleichen Klubs unter Vertrag. Gökhan Inler von Udinese wird am ehesten zugetraut, eine Hauptrolle zu spielen.

In Italien sind mehr Schweizer tätig als in England, Spanien oder Frankreich. Und es spielen bedeutend mehr als noch im letzten Jahrzehnt. Damals waren zwischen 1990 und 2000 mit Kubilay Türkyilmaz, Marco Pascolo, Ramon Vega, Ciriaco Sforza und David Sesa ebenfalls fünf Schweizer in Italien engagiert - allerdings verteilt auf zehn Jahre. Jetzt haben sich auf dem Stiefel die wirtschaftlichen Verhältnisse verändert. Zugunsten des Schweizer Produkts. «Die Schweizer kosten nicht so viel und sind daher gerade für Klubs aus der zweiten Reihe interessant», sagte Gökhan Inlers Berater Dino Lamberti.

In der letzten Saison hatten sogar sieben Schweizer ihre Arbeitgeber in Italiens höchster Liga. Doch Philippe Senderos bekam bei Milan keinen Vertrag mehr, und Blerim Dzemaili stieg mit Torino ab. Der frühere FCZ-Spieler suchte bisher vergeblich einen neuen Klub in der Serie A. Noch hat er zehn Tage Zeit. Palermo soll nach wochenlangem Hin und Her jedoch nicht mehr interessiert sein.

Inler zuversichtlich

Auch die Zukunft von Inler war ungewiss. Aus den Sondierungen des FC Sevilla, Liverpool und Arsenal ergab sich aber kein Transfer, so dass der Solothurner mit Udinese in die dritte Saison geht. An der Seite des Internationalen Gaetano D'Agostino ist Inler im rechten Mittelfeld unbestritten und in der Hierarchie weit oben. «Wir haben das Team zusammenhalten können. Ich denke, wir können um die Plätze 4 bis 6 spielen», so Inler. Zuletzt wurde Udinese Siebenter und verpasste den Einzug in die Europa League.

Lichtsteiner gesetzt

Dort spielt dafür Stephan Lichtsteiner mit Lazio Rom. Dank des Cupsiegs qualifizierten sich die Römer trotz enttäuschender Saison in der Serie A (10.) für den Europacup. Im leicht verstärkten Ensemble Lazios ist Lichtsteiner als rechter Aussenverteidiger gesetzt. Sein einziger Konkurrent auf dieser Position, der U21-Internationale De Silvestri, hat sich mit dem neuen Trainer Davide Ballardini und der Klubführung überworfen und ist auf dem Absprung.

Ziegler und Padalino kämpfen um Stammplatz

Reto Ziegler und Marco Padalino müssen derweil bei Sampdoria Genua um ihren Platz kämpfen. Das 4-4-2-System des neuen Trainers Gigi Del Neri kommt ihnen zwar entgegen, doch ausgerechnet auf den Positionen der beiden Schweizer hat sich Sampdoria verstärkt und von der Fiorentina Zauri (linker Aussenverteidiger) und Semioli (rechtes Mittelfeld) geholt. Schlechte Karten haben Ziegler und Padalino aber nicht. Beim letzten Test am Sonntag spielten beide von Beginn weg. Davon scheint Michel Morganella in Palermo weit entfernt. Auch unter Walter Zenga, der vom Meistertitel spricht, dürfte der frühere Basler nur zu vereinzelten Teileinsätzen kommen.

(si)

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