Austin A40 Farina - Ein Rallye-Erfolg zum Serienstart
Kompakt und mit grossen Fensterflächen war der Austin A40 ein praktisches und alltagstaugliches Auto.

Kompakt und mit grossen Fensterflächen war der Austin A40 ein praktisches und alltagstaugliches Auto.

Bonhams / www.zwischengas.com
Publiziert

Austin A40 FarinaEin Rallye-Erfolg zum Serienstart

Der Austin A40 war in vielerlei Hinsicht eine Überraschung. Die Karosserie entfernte sich von der Tradition des Herstellers, der Name nahm keine Rücksicht auf britische Befindlichkeiten und der Zweitürer brillierte sogar im Rennsport.

von
Bruno von Rotz

Zum Einstand gelang dem neuen Austin A40 Farina 1959 ein besonderer Erfolg, das Frauenteam Pat Moss und Ann Wisdom belegte den 10. Gesamtrang der Rallye Monte Carlo und gewann den Damenpreis mit einem Auto, das gerade einmal 948 cm3 und um die 35 PS aufwies. Aber dies alleine ist nicht der Grund, warum der Wagen eine besondere Rolle in der Markengeschichte von Austin einnimmt.

Ein echter Publikumsliebling

Dem grossen Publikum gezeigt wurde der erneuerte Austin A40 an der Earls Court Motorshow Ende Oktober 1958. Bereits einige Wochen zuvor war die Presse informiert worden. Der kompakte Wagen schlug beim Publikum fast wie eine Bombe ein, die Warteliste umfasste schon nach der Vorstellung 15’000 Wagen.

Der Austin A40 Farina wies eine komplett andere Karosserieform auf als sein rundlicher Vorgänger. Battista Farina und sein Sohn Sergio hatten dem Kleinwagen ein kantiges Kleid gegeben, das mit grossen Fensterflächen punkten konnte und den Passagieren relativ viel Raum verschaffte und dies trotz bescheidener Grundfläche von 366 x 151 cm. Die Presse sprach von einem «Grossraum-Kleinwagen», was angesichts des zierlichen Radstands von nur 216 cm erstaunen musste und vor allem der guten Raumaufteilung mit clever ausgenutztem Heckbereich zu verdanken war.

Viel Glas machte den Innenraum luftig und auch die Sicherheit kam dank gepolstertem Armaturenbrett und weicher Dachverkleidung nicht zu kurz.
Gegenüber dem Vorgänger A35 war der A40 übrigens 20 cm länger und 11 cm breiter, gleichzeitig um 6 cm niedriger geraten.

Dieser frühe Austin A40 Farina, mit dem Patt Moss und Ann Wisdom den 10. Platz an der Rallye Monte Carlo 1959 erreichten, hat überlebt.

Dieser frühe Austin A40 Farina, mit dem Patt Moss und Ann Wisdom den 10. Platz an der Rallye Monte Carlo 1959 erreichten, hat überlebt.

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Die frühen A40 hatten alle nur einen kleinen Kofferraumdeckel, ab 1959 gab es den A40 aber auch als «Countryman» mit Kombiheck und zwei Deckeln hinten.

Die frühen A40 hatten alle nur einen kleinen Kofferraumdeckel, ab 1959 gab es den A40 aber auch als «Countryman» mit Kombiheck und zwei Deckeln hinten.

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Dieser Austin A40 trat als vom Werk vorbereiterer Serienwagen an an der Rallye Monte Carlo 1959.

Dieser Austin A40 trat als vom Werk vorbereiterer Serienwagen an an der Rallye Monte Carlo 1959.

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Bewährte Technik

Während also die selbsttragende Karosserie komplett neu war, wurde fast die gesamte Technik vom Vorgängermodell übernommen. Damit war der A40 Farina weiterhin heckgetrieben und wies einen längs eingebauten Vierzylindermotor mit hängenden Ventilen und seitlicher Nockenwelle auf. 39 SAE-PS bei 5000 U/min wurden als Leistung und als Grund für die Bezeichnung A40 angegeben.

Mochte die kantige Form nicht alle überzeugen, so gab es an der Praxistauglichkeit kaum etwas auszusetzen. Sportlich war der kleine Austin zwar nicht, immerhin 40,9 Sekunden vergingen, bis der Wagen aus dem Stand Tempo 100 km/h erreicht hatte und mehr als 113 km/h lagen auf der nächsten Geraden kaum drin.
Dafür war der trocken 725 kg schwere Wagen relativ sparsam. Je nach Fahrweise reichten 6 bis 8,5 Liter Benzin pro 100 km. Das Fahrverhalten überzeugte ebenfalls, der Preis (7670 Franken) war günstig.

Überlebt haben nur wenige Fahrzeuge

Ein Jahr nach der Vorstellung erschien auf den Earls Court Autosalon in London im Oktober 1959 die Kombivariante des Austin A40 mit einer zweiteiligen Heckklappe. Während die Heckscheibe nach oben klappte, ging der andere Teil nach unten auf. Der Mehrpreis betrug im Heimmarkt gerade einmal zehn britische Pfund und der zusätzliche Nutzwert des «Countryman» dürfte manchen Käufer schnell überzeugt haben.

Als Mark II erhielt der Austin A40 dann noch 10 cm Radstand, später noch etwas mehr Hubraum/Leistung und wurde bis 1967 insgesamt fast 350’000 mal gebaut. Die neue Linie hatte sich also ausgezahlt. Überlebt bis heute haben allerdings nur wenige Fahrzeuge, sie fallen daher heute fast so sehr auf wie damals bei ihrer Vorstellung. Einer der «Survivor» ist das Rallye-Auto von Patt Moss von 1959, das die Fotos zu diesem Artikel zeigen.

Weitere Informationen und viele Bilder sowie die damalige Verkaufsliteratur zum Austin A40 Farina gibt es auf www.zwischengas.com.

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