Fürchterlicher Sturz: Ein Rempler bringt Cavendish in Bedrängnis
Aktualisiert

Fürchterlicher SturzEin Rempler bringt Cavendish in Bedrängnis

Für Tom Veelers endete der gestrige Massensprint in Saint-Malo (nur) mit Schürfwunden. Für Mark Cavendish mit miserabler Laune. Hat der Sprintstar seinen Konkurrenten vom Rad geholt?

von
sco

Saint-Malo, Festungsstadt und Touristenmagnet in der Bretagne, Ankunftsort der 10. Etappe der Tour de France. Die Sprinter befinden sich auf der Zielgeraden, vorne die beiden Deutschen Marcel Kittel und André Greipel, als sich dahinter ein fürchterlicher Sturz ereignet: Veelers und Cavendish berühren sich, der Holländer geht zu Boden, schleift mit über 60 km/h über den Asphalt.

«Er hat mich verdammt noch mal vom Rad geholt», schimpft der Mann vom Team Argos-Shimano, der für seinen Kollegen Kittel (De) den Spurt angezogen hatte. Und später, nachdem sich die Gemüter etwas beruhigt hatten: «Ich habe den Sprint angefahren, bin dann ausgeschert und wurde plötzlich von Mark Cavendish vom Rad gestossen», schilderte Veelers den Unfallhergang. «Ich denke es ist im Video klar zu sehen, dass er mich zu Boden bringt.»

Cavendish klaut Diktiergerät

Nicht nur Veelers war sauer, auch Mark Cavendish. Das ist der schnelle Mann von der Isle of Man immer, wenn er einen Massensprint verliert: «War es mein Fehler? Ja, es war mein Fehler, dass ich den Spurt verloren habe!», schäumte der 24-fache Sieger einer Tour-Etappe. Diesmal allerdings war seine Laune noch schlechter als sonst: So schlecht, dass er einem Reporter, der ihn zum Unfallhergang befragte, kurzerhand das Aufnahmegerät aus der Hand riss und es im Teambus verschwinden liess. Denn unmittelbar nach der Zieleinfahrt schien die Sache klar: Cavendish hatte sich nach links bewegt und Veelers mit einem kernigen Schultercheck vom Rad gestossen.

Erst Bilder aus dem Helikopter zeigen, dass Veelers abbremst und seine Spur leicht nach rechts verlässt, nachdem er seinen Job gemacht hatte – nämlich Kittels Spurt anzuziehen. Veelers und Cavendish berühren sich, Veelers stürzt Cavendish spurtet auf Platz 3. «Ich habe mir den Sprint gerade angesehen und denke, dass ich meine Linie nicht verlassen habe. Gerade in dem Moment, als ich neben Veelers bin, berühren sich unsere Ellbogen als er sich bewegt», teilte Cavendish via Twitter mit. Die Jury untersuchte den Vorfall und kam zum gleichen Schluss.

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