Bayern-Hoeness in Rage: Ein roter Mann rechnet ab
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Bayern-Hoeness in RageEin roter Mann rechnet ab

Nach drei zweiten Plätzen ist den Bayern die Häme sicher. Uli Hoeness ist darüber naturgemäss nicht begeistert. Nun spricht der Club-Präsident Klartext – und nennt Gründe.

von
fox

«Auf die Dauer habe ich keine Lust, immer nur Platz 2 zu belegen. Das ist kein Zustand, den ich akzeptieren kann. Wir haben über Leverkusen gelächelt. Jetzt sind wir in einer ähnlichen Situation», so wird Uli Hoeness beim traditionellen Bayern-Bankett nach der Champions-League-Finalniederlage von der «Bild» zitiert. Leverkusen erlebte 2002 drei Vize-Titel und erhielt damals den unrühmlichen Beinamen «Vizekusen». Einen solchen Übernamen für die Bayern gibts noch nicht, aber «Ohne-Titel-Bayern»-Witze machen unter anderem auf Facebook natürlich bereits die Runde (siehe Bild).

Warum es nicht zu einem Titel gereicht hat, ist für den Präsidenten klar: «Vielleicht haben wir nicht genug Spieler, die so etwas erzwingen wollen. Ich habe keinen Jens Jeremis gesehen, der dem Gegner schon beim Einlaufen in die Waden beisst», poltert Hoeness und fährt fort, «ich habe auf dem Platz ein paar Dinge gesehen, die mir nicht gefallen haben. Es gibt natürlich gewisse Probleme, wenn man drei Titel verspielt. Es ist nicht alles in Ordnung. Da braucht man nicht drumrum reden.»

Keiner wollte Elfmeter schiessen

Eines dieser Probleme dürften die «fehlenden Eier» sein, wie Torhüter-Legende Oliver Kahn es nennen würde. Beim Elfmeterschiessen musste Trainer Jupp Heynckes angeblich lange seine fünf Schützen suchen – bis sich Manuel Neuer bereit erklärte. Er sei «kurzfristig eingesprungen», gab er danach zu Protokoll. Tatsächlich drückten sich der ukrainische Nati-Captain Anatoli Timoschtschuk, Routinier Daniel van Buyten oder die deutschen Nati-Spieler Toni Kroos und Jerome Boateng um die Verantwortung.

Bayern-Berater Paul Breitner kritisiert in der «Sportbild» scharf: «Ich bin tief traurig und masslos enttäuscht, dass Spieler es zulassen, dass ein erst kurz vorher eingewechselter Ivica Olic, der überhaupt noch nicht warmgelaufen ist, einen Elfmeter schiessen muss.» Trainer Jupp Heynckes urteilt trockener: «Einige Spieler wollten nicht schiessen. Man kann ja keinen verhaften, damit er einen Elfmeter schiesst.»

Es soll aufgerüstet werden

Heynckes übrigens äussert sich aktuell nicht über seine Zukunft. Auch er weiss: Zwei Jahre ohne Titel bei Bayern München – da brennt der Baum. Darum kündigt Präsident Hoeness schon mal an: «Wir werden unseren Kader weiter aufrüsten.» Neben Xherdan Shaqiri sei gemäss «Sky» der Deal mit Claudio Pizarro fix. Der 33-jährige Stürmer aus Peru gilt als Knipser und soll Mario Gomez – der in einem Endspiel erneut nicht überzeugen konnte – Konkurrenz machen.

Zudem soll der Rekordmeister seine Fühler nach Javi Martinez ausgestreckt haben, wie der «kicker» berichtet. Doch der Mittelfeldspieler von Bilbao (kann auch in der Innenverteidigung eingesetzt werden) kostet 40 Millionen Euro. Das wäre eigentlich nicht die Art von Bayern, so viel Geld in einen Transfer zu investieren. Aber Uli Hoeness hats ja angekündigt: Platz 2 kann kein Dauerzustand sein.

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