Aktualisiert 05.11.2011 19:34

Kei NishikoriEin Samurai auf dem Weg nach oben

Kei Nishikori ist der Überraschungsmann der Swiss Indoors. Als erster Japaner steht der Djokovic-Bezwinger im Final des Schweizer Turniers. Dort trifft er auf Roger Federer.

von
pre

Wenn Tennisexperten vor zwei, drei Jahren nach einem möglichen Nachfolger für Roger Federer und Rafael Nadal gefragt wurden, fiel neben Djokovic, Murray, Del Potro, Gasquet, Cilic oder Monfils auch immer wieder der Name von Kei Nishikori. Während die anderen jungen Talente eine mehr oder weniger steile Karriere hinlegten und allesamt - zumindest vorübergehend - in die Top 10 vorstiessen, schaffte der talentierte Japaner den ganz grossen Durchbruch nicht.

Seinen bisher einzigen Titel feierte Nishikori mit 19 Jahren in Delray Beach. Damals erreichte er als bis dato jüngster Spieler auch die Top 100. In Japan wurde der 1,78-Meter-kleine Rechtshänder bereits als kommender Superstar gefeiert. Sein kometenhafter Aufstieg wurde durch eine Ellbogenverletzung abrupt gebremst. Nishikori musste sich einer Operation unterziehen und ein ganzes Jahr pausieren. Vorübergehend verschwand er sogar aus der Weltrangliste.

Seit 2010 kämpft sich Nishikori Schritt für Schritt zurück an die Weltspitze. Beim Masters von Schanghai besiegte der 21-Jährige Anfang Oktober dieses Jahres in der zweiten Runde Jo-Wilfried Tsonga und musste sich erst im Halbfinal Andy Murray geschlagen geben. Erstmals tauchte der «Samurai de choc», wie er in der Presse schon genannt wird, in den Weltrangliste unter den Top 30 auf. Damit ist er der bestklassierte Japaner aller Zeiten - und jetzt auch noch der Sieg gegen die Weltnummer 1 in Basel.

In Japan bereits ein Superstar

Ausgebildet wurde Nishikori aber nicht in Japan, sondern in Florida. Schon mit 14 reiste er - unterstützt von Elektronik-Riese Sony - in den «Sunshine State», um in der Akademie von Nick Bolletieri zum Superstar zu reifen. Nun scheint der kleine Kämpfer den Durchbruch endlich zu schaffen. Ganz Japan freut sich nach den zwei Top-10-Spielerinnen Kimiko Date-Krumm und Ai Sugiyama auf den ersten Mann, der es unter die besten zehn der Welt schaffen könnte. In seinem Heimatland ist er allerdings längst ein Star und löst Roger Federer wohl bald als beliebtester Tennisspieler ab.

Trotzdem oder gerade deswegen verbringt Nishikori seine freie Zeit lieber in Florida. «Für mich ist es nicht leicht, in Japan zu sein», verrät der scheue und zurückhaltende Japaner dem «Tages-Anzeiger». «Die Leute erkennen mich auf der Strasse, und ich würde verrückt werden, wenn ich dort leben würde. Es ist schon verrückt, wie populär ich bin.» Was wohl in Japan los sein wird, wenn Nishikori dereinst wirklich in die Top 10 der Weltrangliste vorstossen wird?

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