EM-Qualifikation: Ein Schlüsselspiel, die Differenz und ein Omen
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EM-QualifikationEin Schlüsselspiel, die Differenz und ein Omen

Ein Sieg am Samstag und die Schweiz hätte die direkte Qualifikation für die EM 2016 fast auf sicher. Zudem hat die Nati mit Slowenien noch eine Rechnung offen.

von
E. Tedesco
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Samstag, 5. September 2015Am Ende jubeln die Schweizer gegen Slowenien. Dank Josip Drmics 3:2 in der Nachspielzeit dreht die Nati die Partie. Es war das der zweite Treffer des eingewechselten Stürmers.

Samstag, 5. September 2015Am Ende jubeln die Schweizer gegen Slowenien. Dank Josip Drmics 3:2 in der Nachspielzeit dreht die Nati die Partie. Es war das der zweite Treffer des eingewechselten Stürmers.

FreshFocus/urs Lindt
Der ebenfalls eingewechselte Valentin Stocker (l.) traf zum zwischenzeitlichen 2:2.

Der ebenfalls eingewechselte Valentin Stocker (l.) traf zum zwischenzeitlichen 2:2.

epa/Laurent Gillieron
Zuvor hatten die Schweizer 0:2 zurückgelegen.

Zuvor hatten die Schweizer 0:2 zurückgelegen.

Keystone/Peter Klaunzer

Es ist ein Schlüsselspiel gegen einen direkten Konkurrenten. Vor dem wichtigen Qualispiel gegen Slowenien belegt die Nati mit 12 Punkten den zweiten Platz in der Gruppe E, gefolgt von Slowenien mit 9 Punkten. Mit einem Sieg am Samstag kann die Nati Platz 2 festigen und wäre der direkten Qualifikation für Frankreich einen Riesenschritt näher. Ein Sieg mit einer 2-Tore-Differenz wäre gleichzusetzen mit einem Zusatzpunkt. Denn im Fall von Punktegleichheit in der Tabelle zählt am Ende das Torverhältnis.

«Wenn wir gewinnen, erhöhen sich unsere Chancen auf 80 Prozent, dass wir uns direkt qualifizieren», sagt Nati-Trainer Vladimir Petkovic. Der Vorsprung auf den direkten Konkurrenten würde auf sechs Punkte anwachsen – bei drei ausstehenden Spielen (England, San Marino und Estland). «Erst einmal wollen wir Leistung zeigen und gewinnen», sagt der Tessiner zu den Rechenspielen und fügt dann aber doch an, «klar, bei einem 2:0 hätten wir dann im Prinzip sieben Punkte Vorsprung.»

«Kleines Schlüsselspiel für Sommer»

Das scheint auch jedem in der Mannschaft klar, wenn man sich unter der Woche unter den Protagonisten im Nati-Camp so umgehört hat. «Es gibt keine Ausreden. Für uns zählt nur ein Sieg», sagt Haris Seferovic zum Beispiel. «Natürlich haben wir im Hinterkopf, dass wir bei einem Sieg mit einer Zwei-Tore-Differenz die Reise an die EM fast auf sicher haben und darum müssen wir an unser Maximum gehen», sagt Granit Xhaka. «Wir wissen, dass dies ein kleines Schlüsselspiel ist, das wir den Abstand auf Slowenien vergrössern können, aber das mit dem Zwei-Tore-Unterschied darf uns nicht interessieren. Wir müssen ein gutes Spiel machen und die drei Punkte unbedingt wollen», sagt Yann Sommer.

«Es ist eine grosse Chance», sagt Stephan Lichtsteiner, warnt aber gleichzeitig vor Überheblichkeit. «Es ist ein guter Gegner, mit guten Spielern in der Mannschaft. Es klingt so einfach, mit zwei Toren Unterschied zu gewinnen und natürlich wäre es perfekt, aber ich erwarte eine echt harte Partie. Sie werden uns sicher spielen lassen und auf Konter lauern. Sie haben schnelle Spieler.» Wie schnell, hat die Schweiz am eigenen Leib erfahren müssen.

Kein Wunschkonzert

Im Hinspiel in Maribor entwischte Kevin Kampl den Schweizern kurz vor dem Schlusspfiff und wurde erst von Johan Djourou gestoppt. Das Foul führte zum Penalty und der 0:1-Niederlage der Schweiz. «Wir haben ein einfaches Tor kassiert und deshalb verloren. Das zeigt, dass wir auf jedes noch so kleine Detail achten müssen und maximale Konzentration haben müssen – bis zur letzten Minute», sagt Petkovic, der noch heute «vom besten Spiel der Schweizer in dieser Qualifikation» spricht.

Das sieht Srecko Katanec wohl ähnlich, wenn er sagt, dass nicht immer «die Mannschaft gewinnt, die den schönsten Fussball spielt». Man habe viel Respekt vor dem Gegner, die viele technisch versierte Spieler in seinen Reihen habe und der über viel Erfahrung verfüge. Natürlich habe auch der Slowenen-Coach mitbekommen, dass in der Schweiz über einen Heimsieg mit zwei Toren Differenz spekuliert wird. Verteidiger Branko Ilic: «Wir erwarten eine offensiv eingestellte Schweizer Mannschaft, immerhin spielen sie Zuhause. Sie können sich das schon wünschen, aber auch wir haben Wünsche und wollen den Sieg.»

Dafür klammern sich die slowenischen Journalisten sogar an Strohalme und Omen. Im Juni 2001 hat nämlich Slowenien (1:0) unter Katanec schon einmal gegen die Schweiz gewonnen – just in diesem Stadion.

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