Aktualisiert 29.10.2007 12:05

Ein Schrei geht um die Welt

Der «Wilhelm Scream» geht durch Mark und Bein. Und egal, wer gerade Angst hat, der Schrei aus dem Jahre 1951 ist selbst bei aktuellen Hollywood Hightech-Produktionen immer noch der Brüller.

Für den Film «Distant Drums» konnte kein Schrei entsetzlich genug sein. Schliesslich beisst ein Alligator dem Filmhelden den Arm ab - durchaus ein Grund, ein, zwei bestialische Laute von sich geben. Sheb Wooley, der Schauspieler und Country-Sänger soll damals den Schrei vertont haben. Hätte er ein Copyright darauf gehabt, schliefe er heute in einem goldenen Sarg.

Sein Schrei von 1951 wurde seither nämlich zigfach kopiert: 1977 zum Beispiel in «Star Wars», 1981 in «Raiders of the Lost Ark», 1995 in «Toy Story» und 2007 in «Transformers».

Weshalb wird eine so alte Tondatei immer und immer wieder benutzt? Laut Branchenkennern ist der Wilhelmsschrei zu einem Spielzeug gewachsen, mit dem sich die Soundingenieure der Filme gegenseitig hochnehmen. Jeder verändert ihn auf die noch übertriebenere Art und Weise.

Die erste Wiederverwendung des Sounds ist durch den Sound Designer von «Star Wars», Ben Burtt belegt. Im Original mit dem Titel «Mann wird von Alligator gefressen» bezeichnet, leitete er den heute gebräuchlichen Namen des Sounds vom Namen des sterbenden Nebencharakters Wilhelm im Film «The Charge at Feather River» aus dem Jahre 1953 ab. Seither kennen die Filmemacher den Gänsehautgaranten unter dem Namen Wilhelmsschrei.

yzz

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