Aktualisiert 15.02.2018 12:12

Eric BlumEin Schweiz-Japaner im Hyundai-Land

Im zweiten Anlauf hat es geklappt. Eric Blum erlebt in Südkorea seine ersten richtigen Olympischen Spiele. Das passt zu seiner Biografie.

von
Marcel Allemann, Gangneung
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2014 durfte Eric Blum zwar gemeinsam mit Matthias Bieber (l.) und Patrick von Gunten (r.) die Olympia-Kleider beziehen, lange in Sotschi bleiben konnte er jedoch nicht.

2014 durfte Eric Blum zwar gemeinsam mit Matthias Bieber (l.) und Patrick von Gunten (r.) die Olympia-Kleider beziehen, lange in Sotschi bleiben konnte er jedoch nicht.

Keystone/Marcel Bieri
In Südkorea kann er in diesem Jahr die Olympia-Kollektion wirklich nutzen, denn er darf auch für das Eishockey-Turnier bleiben.

In Südkorea kann er in diesem Jahr die Olympia-Kollektion wirklich nutzen, denn er darf auch für das Eishockey-Turnier bleiben.

Keystone/Alexandra wey
Der SCB-Verteidiger gehört zu den kreativen Elementen in der Hintermannschaft der Nationalmannschaft.

Der SCB-Verteidiger gehört zu den kreativen Elementen in der Hintermannschaft der Nationalmannschaft.

Melanie Duchene

Vor vier Jahren waren die Olympischen Spiele für Eric Blum ein Wechselbad der Gefühle. Er durfte zwar anreisen und in Sotschi an der Eröffnungsfeier einmarschieren, doch noch bevor das Eishockey-Turnier losging, hiess es für ihn wieder zusammenpacken. Er hatte den letzten Kaderschnitt nicht überstanden. «Es war einerseits eine riesige Freude, zunächst dabei sein zu können, und andererseits eine riesige Enttäuschung, doch nicht spielen zu dürfen», erinnert er sich.

«Ich war nicht gut genug, also musste ich gehen»

Probleme, das Verdikt zu akzeptieren, hatte Blum indes nicht. «Der Sport kann knallhart sein. Ich war nicht gut genug, also musste ich gehen», sagt der 31-jährige SCB-Verteidiger rückblickend. «Ich habe dies jedoch zugleich auch als Ansporn genommen, an mir zu arbeiten und besser zu werden. Nun auch wirklich auflaufen zu dürfen, das ist im Vergleich zu Sotschi natürlich wie Tag und Nacht.»

Dass er seine ersten richtigen Olympischen Spiele nun ausgerechnet in Asien erlebt, passt perfekt zu seiner Biografie. Denn Blum ist Sohn einer Japanerin und eines Schweizers und hat einen grossen Bezug zur Heimat seiner Mutter, bereist das Land immer wieder. In Korea war er zuvor hingegen noch nie.

Die Parallelen und Unterschiede zwischen Korea und Japan

«Es gibt schon viele Parallelen, etwa was die Architektur betrifft oder die ganze Digitalisierung. Das alles wirkt auf mich schon sehr vertraut. Aber es gibt natürlich auch Unterschiede, zum Beispiel die Schrift sowie die Sprache, und hier fahren sie statt Toyota ausschliesslich Hyundai», erklärt Blum.

Die Nati hat sich in einem kurzen Trainingslager in Goyang, in der Nähe von Seoul und abseits des ganzen Rummels, auf das Olympia-Turnier vorbereitet. Ins olympische Dorf zogen die Spieler erst in der Nacht auf Montag ein. «Die Stimmung ist noch sehr entspannt. Aber als wir am Montag das Spiel unserer Frauen gegen Japan besucht haben, da kam schon erstmals ein Kribbeln und eine Vorfreude auf. Die Stimmung im Stadion war herzig, ich freue mich sehr darauf, hier zu spielen», so Blum.

Start gegen Kanada, danach wartet der Gastgeber

Los geht es für ihn und seine Nati-Kollegen heute (ab 13.10 Uhr im Liveticker) gegen Kanada. Blum über das Startspiel: «Auch ohne NHL-Spieler ist das eine sehr gute Mannschaft, von denen wir einige Spieler aus der Schweiz kennen. Es braucht eine ganz starke Leistung von uns.»

Für Blum wäre es ein folgenschwerer Fehler, anschliessend den zweiten Gruppengegner Südkorea zu unterschätzen. «Einige von uns haben im TV das Spiel zwischen Südkorea und Russland gesehen, und die Koreaner haben uns beeindruckt. Sie sind läuferisch gut und schnell, die können etwas. Da müssen wir dann schon bereit sein.» Auch vor dem dritten Gruppengegner Tschechien hat Blum Respekt: «Man weiss, was sie draufhaben. Ich habe ohnehin das Gefühl, dass ohne die NHL alle Mannschaften noch etwas enger zusammengerückt sind.»

Die Fans erwartet ohne die NHL-Stars vielleicht nicht das hochklassigste Olympia-Turnier, dafür aber mit Sicherheit ein spannendes.

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